18 Monate nicht nur
für die "Wiener Zeitung"

Ich hätte einen Vorschlag in Anknüpfung an das durch die Unterstützer der "Wiener Zeitung" geforderte Moratorium von 18 Monaten - einen Wettbewerb:

18 Monate für eine Erneuerung der "Wiener Zeitung" nach dem neuesten (und besten) Stand der Mediendiskussion und -entwicklung.

18 Monate für eine Reform der ÖVP, der Grünen, der Regierung, der Politik auf dem Weg zu einem neuen Gesellschaftsvertrag.

18 Monate, um Österreich qualitativ (wieder) ins Spitzenfeld der Entwicklung in der Welt zu bringen.

Wobei diese drei Bereiche einander wechselseitig inspirieren, vor allem aber anspornen könnten. Und dann schauen wir gemeinsam, wie es weitergeht.

Karl Pangerl,

per E-Mail

Zum Leitartikel von
Walter Hämmerle, 7. Jänner

Eine gesamtheitliche Sicht
auf soziale Problemfelder

Nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch im Sozialbereich knirscht es an allen Ecken und Enden. Es fehlt überall an Ursachenforschung und einer gesamtheitlichen Sicht der sich gegenseitig bedingenden Problematiken. Mit betriebswirtschaftlichen Methoden lassen sich die Fehlentwicklungen nicht beheben, sondern damit werden eher die jeweiligen Symptome verstärkt.

Als Beispiel sei hier genannt: Mangelnde Jugendhilfe hat negative Konsequenzen für Gefängnisse, Psychiatrie, Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe. Prävention ist leider ein Fremdwort im System. In der Jugendhilfe arbeitet man nicht nur mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch mit zukünftigen Vätern und Müttern der nächsten Generation, und wir wissen, dass nichtbearbeitete Traumata in der nächsten Generation wiederkehren. Diese nachhaltige Sicht fehlt vollkommen, wäre aber ökonomisch von höchster Bedeutung.

Mag. Alfred Zopf,

1130 Wien

Absehbare Überlastung
des Gesundheitssystems

Nicht zu Unrecht wird Österreich als Schnitzel- und Doppler-Nation hingestellt. Wir trinken zu viel Alkohol, verzehren Fleisch und Fett im Übermaß und lassen das Rauchen nicht. Mit 13 Liter reinem Alkohol pro Jahr liegen wir im OECD-Ländervergleich an zweiter Stelle, knapp hinter Estland. Griechen und Italiener kommen hingegen mit der halben Menge aus. Kein Gesundheitssystem der Welt kann die Folgen dieser permanenten Selbstschädigung neutralisieren. Jeder Einzelne von uns hat mittels umfassender Lebensstiländerung zur Rettung des Systems beizutragen.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien

Eine Alternative
zum Lobautunnel

Die Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler hat uns eine bessere Verkehrslösung für Wien ohne Lobautunnel in Aussicht gestellt. Diese Lösung gibt es: Es ist eine Brücke vom Alberner Hafen über die Donau und den Ölhafen und anschließend eine vier Kilometer lange Straße auf Pfeilern in Hochlage bis über den Großenzersdorfer Arm.

Das davon betroffene Gebiet ist seit der ersten Donauregulierung (1875) vor Hochwasser geschützt und hat seinen Au-Charakter längst verloren. Es gibt dort Wald, Wiesen und Äcker. Der Großenzersdorfer Arm verlandet, seit Jahrzehnten ist dort kein Wasser mehr geflossen.

Diese Straße hätte einen Abstand von 1,8 Kilometer zum Oberleitner Wasser (Obere Lobau). Der Abstand zum Lausgrundwasser wäre 0,8 Kilometer (Untere Lobau) und zum Eberschüttwasser 1 Kilometer. Diese Abstände zu den wirklich schützenswerten Augebieten reichen aus, um die ursprüngliche Natur nicht zu beeinträchtigen. Fahren Sie hin, schauen Sie sich das an und erforschen Sie Ihr Gewissen, ob der Schutz einer landwirtschaftlich genutzten Fläche vor einer 4 Kilometer langen Straße in Hochlage den Bau eines 8,5 Kilometer langen Tunnels rechtfertigt.

Ganz ohne Verbindung zwischen den beiden Knoten Süßenbrunn und Schwechat wird es allerdings nicht gehen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir für jeden Berufsweg einen umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr anbieten können.

Robert Grünwald,

1220 Wien