Zum Gastkommentar von Heinz Högelsberger, 12. Jänner

Das Dialogforum und
der Flughafen Wien

Mit Verwunderung habe ich diesen Gastkommentar gelesen und musste feststellen, dass die Textpassagen über das Dialogforum Flughafen Wien unrichtig und haltlos sind.

Das Dialogforum ist kein Verein der Flughafen Wien AG, sondern wurde von den Anrainergemeinden und Bürgerinitiativen gefordert und im Rahmen der Vereinbarungen des Mediationsvertrages umgesetzt. Der Flughafen hat zugestimmt, den Konfliktbehandlungsprozess im Dialogforum zu finanzieren. Die Flughafen Wien AG ist ein Gründungsmitglied des Dialogforums und hat von 29 Stimmrechten lediglich zwei inne.

Das Dialogforum hat in den 17 Jahren seiner Arbeit der Austrocontrol noch nie in irgendeiner Weise Vorgaben hinsichtlich der Flugverkehrslenkung gemacht. Im Gegenteil hat die Austrocontrol sich mit den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger auseinandergesetzt und ihre hoheitlichen Befugnisse niemals zur Basis von zivilrechtlichen Vereinbarungen gemacht. Niemand, so auch nicht das Dialogforum, kann Austrocontrol Vorgaben in deren hoheitlichem Aufgabenbereich machen, und das hat das Dialogforum weder getan noch jemals versucht.

Völlig falsch ist auch die Behauptung, dass nur Airlines und Flughafen von den Maßnahmen, die im Dialogforum im Konsens vereinbart wurden, profitieren. Hierzu sei auf die seit 2007 erfolgreich umgesetzte Nachtflugregelung hingewiesen, sowie auf die Umsetzung eines Lärmschutzprogrammes für Siedlungsgebiete, das seit 2013 Realität ist. Damit wurde ein Schutzniveau für die Bevölkerung und die Umwelt erreicht, das deutlich höher ist, als es der Gesetzgeber vorschreibt.

MMag. Juliana Ghasemipour-Yazdi, Geschäftsführung des
Vereins Dialogforum

Zum Gastkommentar von
Tillmann Fuchs 18. Jänner

Der CO2-Ausstoß von
Bahn und Flugzeug

Ich habe mit Erstaunen gelesen, dass ein Flug von München nach Hamburg einen niedrigeren CO2-
Ausstoß gegenüber Bahn und Auto haben soll. Wurde in diesem Artikel bei der Bahn zum tatsächlichen CO2-Ausstoß noch die Infrastruktur miteinbezogen, wurde beim Fliegen dezent weggelassen, dass der CO2-Ausstoß in großer Höhe als wesentlich schädlicher gilt. Er ist in der Regel um den Faktor 3 zu multiplizieren, um einen Vergleichswert zu erhalten, was die Schädlichkeit betrifft. Bei co2online.de wird für die Strecke München-Hamburg der CO2-Ausstoß für die Bahn mit 37,4 Kilogramm und für einen Flug mit 310 Kilogramm CO2 angegeben.

An diesem Beispiel ist ersichtlich, wie gut man mit Zahlen spielen kann, um die Wahrheit zu verdrehen. Zumindest habe ich diesen Eindruck.

Gabriele Herzog,

per E-Mail

Zum Leitartikel von Judith Belfkih, 18. Jänner

Schwere Gewalt gegen
Körper und Seele

Ich bin 70 und als Kind wurde mir durch einen Pfarrer und andere Personen sexuelle Gewalt angetan. Es ärgert mich immer wieder, wenn um Begriffe herum diskutiert wird. "Sexueller Missbrauch" lässt an "sexuellen Gebrauch" denken. Beide Begriffe sind irreführend und verharmlosend und daher abzulehnen.

Jemanden sexuell und ohne Einverständnis für die eigene Befriedigung zu benützen, ist eine Zufügung schwerer körperlicher und seelischer Gewalt, deren oft dramatische Folgen das Opfer das ganze Leben begleiten. Daher ist sexuelle Gewalt an Kindern und anderen Personen juristisch als eine schwere Gewalttat zu behandeln. Die Verjährung gehört aufgehoben, das Strafmaß drastisch erhöht, ein Register angelegt und Täter mit Talar gehören sofort der öffentlichen Justiz überantwortet.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Der Umgang mit
pädophilen Menschen

Wie Wissenschaft sagt, dass Pädophile unheilbar kranke Menschen sind. Wohl gibt es Therapien, die aber den Krankheitsverlauf nur mildern können. Pädophile in den Untergrund zu verdrängen, löst die Probleme nicht. Es würde sowohl den Pädophilen als auch den missbrauchten Kindern mehr helfen, wenn eine aufgeklärte Gesellschaft die Pädophile als unheilbare Krankheit anerkennt und nach intelligenten und menschlichen Lösungen sucht. Es sei denn, man glaubt, mit Strafandrohungen und Stigmatisierung eine Krankheit niederhalten zu können.

DI. Dr. Franz Labek,

2504 Sooß

Zum Artikel von Alexandra Grass, 14. Jänner

Keine echte Alternative
zu seriöser Medizin

Ich bin fassungslos, wie ein seriöses Medium Anthroposophie und Homöopathie als Alternative zur Medizin anführen kann. Beide bieten wirkstofffreie Placebos, die mit viel Marketing und noch mehr Marge an Ahnungslose verkauft werden. Derartige Produkte sind, weil wirkstofffrei, auch keine Naturmedizin, wie zum Beispiel TCM, obwohl das oft so vermittelt wird. Placebos sind gefährlich, wenn sie bei ernsten Erkrankungen die Medizin ersetzen - dann können Globuli töten. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn Wissenschaftsfeindlichkeit und Schwurblertum um sich greifen, wenn seriöse Medien Esoterik mit Medizin gleichsetzen.

Oskar Dohrau,

per E-Mail

Zum Artikel von Daniel Bischof, 14. Jänner

Österreichs Neutralität
steht außer Frage

Es gibt keine "harten Zeiten für die österreichische Neutralität". Gerade in Kriegszeiten ist die Neutralität unverzichtbar. Im Bundesverfassungsgesetz ist die immerwährende Neutralität unmissverständlich festgeschrieben. Wer die Neutralität nicht anerkennt, steht außerhalb des Gesetzes. Es ist inakzeptabel, wenn die "Wiener Zeitung", deren Herausgeber die Republik Österreich ist, einem Politiker der "Atlantik-Brücke" eine breite Bühne bietet und gesetzwidrige, neutralitätswidrige Stimmung verbreitet.

DI. Reinhard Morawetz,

4020 Linz