Ein starkes Zeichen für
die "Wiener Zeitung"

Ein großes Dankeschön allen Künstlerinnen und Künstlern, die an der Veranstaltung in der Kulisse zur Rettung der "Wiener Zeitung" teilgenommen haben. Eine Verbeugung vor Herrn Bundespräsident a.D. Heinz Fischer. Unverständnis und Enttäuschung über die Haltung von Susanne Raab und Eva Blimlinger, die auf ihrem Vorhaben beharren.

Erneut stellt sich die Frage: Wozu sind die Grünen in der Regierung? Und: Warum äußert sich Alexander Van der Bellen nicht? Das Wort des amtierenden Bundespräsidenten müsste für die Regierung doch Gewicht haben, schließlich muss der Bundespräsident das neue Mediengesetz ja auch unterschreiben.

Die "Wiener Zeitung" ist Eigentum der Republik. Da sollte man vielleicht doch auf gewichtige Stimmen der Bevölkerung wie die der Kulturschaffenden am vergangenen Sonntag hören. Aber auch auf die Stimmen der Leserinnen und Leser, die in den vergangenen Monaten ihr Bekenntnis zum Weiterbestand der "Wiener Zeitung" in Leserbriefen abgelegt haben.

Friederike Pacik,

1230 Wien

Freisprüche im Prozess
um Christoph Chorherr

Im Unterschied zu den Medien erkenne ich bei diesem Prozess überhaupt kein Problem anlässlich der Vorgangsweise der Staatsanwaltschaften, insbesondere der WKStA. Die Verfolgungsbehörde ist verpflichtet, Verdachtsmomenten nachzugehen, und die Gerichte sind verpflichtet, die angebotenen und aufgenommen Beweise abzuwägen und in der Folge zu entscheiden. Mich stört, wie gewisse von der Verteidigung beeinflusste Journalisten unrichtige Behauptungen aufstellen wie: "Die WKStA wollte ...", weil es selbstverständlich nicht um ein Wollen geht.

Ich denke, dass die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit von Verteidigern überschätzt wird, weil es nicht entscheidend ist, wie die Öffentlichkeit einen Fall wahrnimmt, sondern wie die letzte Instanz entscheidet, wobei immer wieder Senate des Obersten Gerichtshofs gleich gelagerte Fälle differenziert beurteilen. Ich bin überzeugt, dass im Fall Chorherr sein Verteidiger besonders klug und im Endeffekt (bisher) erfolgreich agiert hat, weil er sich nur auf das Verfahren bei Gericht konzentriert hat - und nicht wie vor einiger Zeit sein Kollege, dem es zwar mit wenigen willfährigen Redakteuren gelungen ist, große Zweifel in der Öffentlichkeit zu erregen, ob ein Minister wirklich zu verurteilen ist, und scheinbar wie sein Klient annahm, dass ein Freispruch zu erwarten sei. Umso höher war die Fallhöhe nach der zumindest bisher überzeugenden Beurteilung der glamourösen Causa durch die ersten Instanz.

Dr. Nikolaus Lehner,

per E-Mail

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 20. Jänner

Sicherheit ist keine bloß militärische Frage

Unter der Überschrift "Österreich und sein Heer" schließt Walter Hämmerle seinen Leitartikel mit dem Satz: "Ein Staat, der sich weigert, die Kernfragen seiner Sicherheit ehrlich zu diskutieren, nimmt sich selbst nicht ernst."

Man weiß, dass das Militär die Sicherheit der Bevölkerung nur unwesentlich verändert. Wikipedia definiert "Sicherheit" als "den Zustand, der für Individuen, Gemeinschaften sowie andere Lebewesen, Objekte und Systeme frei von unvertretbaren Risiken ist oder als gefahrenfrei angesehen wird". Angeführt werden "insbesondere im Fall von Staaten - die politische, militärische, ökonomische, soziale, rechtliche, kulturelle, ökologische, technische u. a. Sicherheiten". Für das neutrale Österreich füge ich noch die Notwendigkeit einer engagierten Außenpolitik für die staatliche Sicherheit dazu. Die Verkürzung des Sicherheitsbedürfnisses auf militärische Maßnahmen erhöht die tatsächliche Sicherheit nicht.

H. Peter Degischer,

1040 Wien

Wiens Abkehr von
fossilen Energiequellen

Ein hehres Ziel der Stadt Wien ist die Klimaneutralität aller Gebäude in Wien bis 2040. Dazu soll unter anderem mehr Geld für thermische Sanierung zur Verfügung gestellt werden.

Aber wie sollen Gründerzeithäuser, die es glücklicherweise in Wien immer noch zahlreich gibt, vernünftig thermisch saniert werden? Wie soll die Umstellung aller Gasthermen auf "alternative Energieformen" gelingen? In den meisten Mehrparteien-Häusern bedeutet dies einen Aufwand von mehreren 100.000 Euro aufwärts. Bei Eigentumshäusern ist für eine Umstellung auf Fernwärme auch ein einstimmiger Beschluss aller Wohnungseigentümer notwendig. Und sind die noch zahlreich vorhandenen Gasherde durch E-Herde ersetzt, wo soll der Strom dafür erzeugt werden? Fragen über Fragen, die einer Antwort harren.

Eugen Mertins,

1160 Wien