Krankheit Burnout ist

kein Tabuthema mehr

Jetzt, wo ein engagierter Politiker wie Landesrat Rudi Anschober von den Grünen ebenfalls von Burnout ereilt wurde und gewagt hat, dies der Öffentlichkeit preiszugeben, werden wohl auch andere betroffene Menschen den Mut fassen, über ihr erlittenes Schicksal zu sprechen.

Es besteht ja schon länger die Möglichkeit, Hilfe zu suchen. Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung für jeden an, der sie annehmen möchte. Erkrankte, die eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen oder bereits eine Therapie beendet haben, haben die Chance, solchen Gruppen beizutreten.

Einladen will man auch diejenigen, die noch keinen seelischen Beistand beanspruchten. Weil gerade sie meist glauben, in einer ausweglosen Situation zu sein. So eine Gemeinschaft könnte für Betroffene und Angehörige sogar als Kontaktstelle genutzt werden. Bei Diskussionen, mit Vorträgen von Psychologen, anderen kompetenten Gesprächspartnern sowie durch gemeinsame Aktivitäten und in Gesprächsstunden wird da zu helfen versucht. Ergänzt wird dieses Hilfsangebot dadurch, dass man zusätzlich hilfreiche Kontakte vermittelt.

Dennoch muss nochmals in Erinnerung gerufen werden, dass eine Selbsthilfegruppe keine Therapiestation ist. Seit diese Krankheit nicht mehr als "Idiotenkrankheit" abgetan wird, steigt der Bedarf an Informationen ständig weiter, berichten Experten. Wahrscheinlich, weil man dabei immer noch in medizinisches Neuland eintaucht. Neuerlich bietet sich den Krankenkassen, Ärzten, Politikern und Medien die Gelegenheit, auf die eine oder andere Weise Hilfestellung zu leisten. Vielleicht gelingt es damit, ein für alle Mal die Scheu vor diesem Thema abzulegen.

Peter Fuchs,

4063 Hörsching



Zum Leitartikel von Walter

Hämmerle, 18. September

Tragödie der Geschichte vom Niedergang der SPD

Was diese sonst ausgezeichnete Analyse verschweigt: Nicht, wer der eigenen Klientel schmerzhafte Reformen zumutet, wird von ihr abgestraft, sondern wer ihr das Blaue vom Himmel versprochen hat und dann eingestehen muss, dass diese Versprechungen nicht gehalten werden können. Ein Los, das alle Populisten ereilt, sobald sie sich in Regierungsverantwortung begeben. So blöd ist das Volk auch wieder nicht, dass es sich ungestraft an der Nase vorführen lässt, auch wenn manche diese Mär glauben.

Helmut Hofmann,

per E-Mail

Angst und Hoffnung durch Rettungsschirm ESM

Das ESM-Urteil von Karlsruhe schaffte bei vielen kurzfristig Erleichterung. Nur kurzfristig, weil dennoch die Angst dominiert: Angst vor Verlust von Ersparnissen und Vermögenswerten, Angst vor dem Versagen der Rettungspolitik, Angst vor dem Angst-Verhalten der Anleger in den Euro, Angst vor dem weiteren Griff in die eigenen Taschen und zunehmenden nationalen Macht- und Gestaltungsverlusten - und dagegen nur die sehr vage vermittelte Hoffnung, dass Größe und Zentralisierung der einzig richtig Wege nach vorne seien.

Karl Brunner,

9010 Klagenfurt

Menschenrechte als Propagandainstrument

Man hat am Beispiel Syriens den Eindruck, dass der Kalte Krieg nicht mit der Auflösung des sozialistischen Blocks beendet war, sondern nur eine Pause einlegte. Je nachdem, wer wen in welchem Konflikt unterstützt, werden die Feinde wieder aus dem Hut gezaubert. Dabei hat jede Seite über die Zeiten verschiedenste Diktatoren ge- und unterstützt und dabei die Menschenrechte immer in ihrem Interesse interpretiert.

Reinhard Ettel,

per E-Mail

Zum Kommentar von Barbara

Sorge, 19. September

Verhaltensregeln im öffentlichen Verkehr

Genau das ist es: Egal wie viel Fläche jeder hat, es geht darum, den anderen zu akzeptieren. Runter vom fürchterlichen Ego-Trip: "Weil ich mich bewege, bin ich." So läuft es einfach nicht mehr. Rücksicht und Umsicht können uns beim Bewältigen der mobilen Frage weiterhelfen.

Christian Deininger,

per E-Mail

Zivilgesellschaftliche Aktionen sind notwendig

Der menschenverachtende Umgang gewisser Gruppen mit Juden und Migranten ist empörend. Dagegen muss man öffentlich auftreten. Bedauerlicherweise verabsäumen es Politiker, gegen politische Akteure, die Antisemitismus und Menschenverachtung salonfähig machen, Stellung zu beziehen. Zuletzt war es erfreulicherweise Bundespräsident Heinz Fischer, der klare Worte fand zum Cartoon, den Heinz-Christian Strache auf Facebook verlinkt hat. Die Grünen engagieren sich am meisten hinsichtlich der Kritik an Rassismus und Menschenverachtung. Wichtig ist, ganz alltäglichen Antisemitismus und Rassismus immer wieder scharf zu kritisieren. Diese Grundstimmung zeigt sich daran, dass die Polizei in solchen Situationen wie der des verbalen Angriffs auf einen Rabbiner überhaupt nicht eingreift.

Dr. Brigitte Buchhammer,

per E-Mail