Durch die Schule genug gestraft
Schulsystem schwänzt Verantwortung

Ob dreistellige Strafzahlungen, Entzug des Kindergeldes oder "gesunde Tetschen": Zwangsmaßnahmen, um die frustrierten Insassen der heimischen Bildungsanstalten und ihre Erziehungsberechtigten zurechtzuweisen, sind schnell bei der Hand. Die Motive für das Fluchtverhalten, auch als "Schwänzen" bezeichnet, finden im Diskurs nie den adäquaten, zentralen Stellenwert. Nur um einige aufzuführen: Im militärischen 50-Minuten-Takt wird versucht, den Jugendlichen Inhalte einzutrichtern, die diese weder persönlichkeitsbildend weiterbringen noch praktische Relevanz für das spätere Berufsleben aufweisen. Und das von einem Lehrkörper, der zu großen Teilen, dank nicht vorhandener Personalevaluierung, jegliches Gespür für den Umgang mit Jugendlichen vermissen lässt und dem es gleichzeitig an fachlicher Kompetenz mangelt.

Dieser Sachverhalt ist leider nicht mit dem altbekannten Vorwurf des "Lehrer-Bashings" zurückzuweisen. Doch während das Lehrpersonal die Möglichkeit hat, sich mit modischem "Burnout" aus der Affäre zu ziehen, sind die Schüler und Eltern oft alleine gelassen in einem System, das seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Fehler und Schwächen der zukünftigen Steuerzahler richtet und so jede eigenständige Förderung der eigenen Talente oder Interessengebiete verhindert. Dies hat auch zur Folge, dass jeden Herbst eine Kohorte planloser Maturanten, die nie die Möglichkeit hatten, sich autonom in eine eigene Richtung zu entwickeln, aus mangelndem Wissen über Alternativen die klassischen Massenstudienfächer überläuft, nur um zu erkennen, dass dank der Verschulung des Studiums auch hier wahres Lernen nur noch sehr eingeschränkt möglich ist.
Die Entscheidung der Studienwahl müssen aber auch nur jene treffen, die nicht mit zehn Jahren der Teilung zwischen Hauptschule und Gymnasium zum Opfer gefallen sind. Die Meinung, bereits in diesem Alter Talent, Leistungsfähigkeit oder Tauglichkeit eines jungen Menschen feststellen zu können, entspringt einem vorzeitlichen Genieglauben, der sich längst erübrigt hat. Er dient aber immer noch als Vorwand, um die Klassenstrukturen der Bevölkerung, die das Schulsystem eigentlich kompensieren sollte, weiter zu zementieren.
Unser Bildungssystem ist weder dazu strukturiert, besondere Talente zu fördern, noch nach egalitärem Paradigma die größtmögliche Chancengleichheit für Jugendliche aus verschiedenen Hintergründen zu schaffen. Stattdessen scheint das vorrangige Ziel zu sein, durch Fokussierung auf die Mängel der Schüler, Bestrafung von Eigeninitiative und Belohnung von widerspruchsloser Unterordnung die Mittelmäßigkeit und das uneigenständige Denken, das mit Leistung verwechselt wird, zu fördern.
All dies und noch mehr führt dazu, dass in unserem Schulsystem eben nicht die "Besten" erfolgreich sind, sondern die am besten Angepassten, was ein großer Unterschied ist. Und wer sich warum auch immer nicht anpassen kann/will, soll in primitivster Manier dazu gezwungen werden.

Fabio Witzeling,
per E-Mail

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Reform der katholischen Kirche durch die Basis

Ich setzte mich bisher für eine Reform der Kirche durch das Bewusstmachen schwerwiegender Fehler der Amtsinhaber ein.
Doch es bewegt sich nichts im Vatikan. So erscheint es heute vielen engagierten Katholiken nötig, einem überholten Kirchenbild ein konkretes der Erneuerung entgegenzusetzen, aus Liebe zur großen Gemeinschaft und im Sinne einer ersehnten Verlebendigung des christlichen Glaubens.
Für mich war der in diesen Tagen verlautete Hirtenbrief der Bischöfe meines Landes wieder ein Anlass, nachzudenken, was die richtige Antwort auf mutloses Verharren ist. Hier findet man viel unaufrichtiges, verblendetes und salbungsvolles Geschwätz. Es hat keine anderen Perspektiven, als in einem "Jahr des Glaubens" genau das weiter zu predigen, was für die Menschen nicht mehr glaubwürdig ist. Wie wenig hat diese "Neuevangelisierung" mit dem großartigen Auftrag des Christentums zu tun!
Es ist traurige Gewissheit: Die Kirche ist längst gespalten, denn es existieren im Widerspruch zueinander zwei Auffassungen von ihr. Wenn die "Amtskirche" die Idee und die Ideale des Christentums nicht mehr den Menschen nahe bringen kann, müssen wir es tun. Gerade das würde gebraucht und angenommen, es hat seine Zukunft als Bemühen an vielen Stellen, wo wieder die Früchte wachsen könnten.

Herbert Kohlmaier,
1230 Wien

Falsche Sparpolitik ruiniert Spaniens Wirtschaft

Die einseitige Sparpolitik beschleunigt die Abwärtsspirale der spanischen Wirtschaft und bewirkt die Demontage des Sozialstaats, was letztlich zu einer Massenverarmung führen wird. Nicht die niedrigen und mittleren Einkommen sollen die Hauptlast tragen, sondern jene, die in den Boomzeiten profitiert haben.

Walter Kühner,
per E-Mail

Demonstrationen in Griechenland gegen Merkel

Ich verstehe nicht, dass den Steuersündern nicht den Prozess gemacht wird, die mehr als 10 Milliarden Euro dem griechischen Staat schulden. Das Volk wird offenbar von den Politikern manipuliert, dass es seinen Zorn auf Deutschland richtet, das früher eigentlich Ansehen in Griechenland genoss.

Dipl.-Ing. Rudolf Haubert,
per E-Mail

Wehrpflicht ist Verfassungsauftrag

Mir kommt vor, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wird: Sowohl allgemeine Wehrpflicht als auch Berufsheer machen nur dann Sinn, wenn genug Mittel vorhanden sind. Diese hat man aber seit 1955 dem Bundesheer nie gewährt. Österreich liegt heute am untersten Ende aller EU-Staaten, was die Kosten für Landesverteidigung betrifft.
Darüber hinaus wird überwiegend vom Katastrophenschutz gesprochen. Das ist Unsinn.
Das Neutralitätsgesetz (BGBL Nr. 211 vom 26. Oktober 1955) normiert ausdrücklich, dass Österreich die Unverletzlichkeit seines Gebietes "mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln aufrecht erhalten und verteidigen" muss. Es geht daher sehr wohl vor allem um Landesverteidigung. Nur Naive können glauben, dass Österreich am Verteidigungssektor eine "Insel der Seligen" ist.
Im Staatsvertragsjahr 1955 hätte niemand geglaubt, dass 1956 die Sowjetarmee an der Grenze steht.
Im Jahr 1967, mitten im Frieden, hätte niemand geglaubt, dass 1968 ebenfalls russische Panzer an der tschechischen Grenze auffahren.
Im Jahr 1989 hätte niemand geglaubt, dass 1990/1991 jugoslawische Streitkräfte über die Grenze in Südoststeiermark schießen.
Noch vor einigen Wochen hätte kaum jemand geglaubt, dass an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei sich ein veritabler Grenzkonflikt entwickelt.
Und wer weiß schon, was in Zukunft an den Grenzen Rumäniens, Bulgariens, der Slowakei und Ungarns los sein kann?
Minister Norbert Darabos bewegt sich außerhalb der Verfassung, wenn er das nicht erkennt und nicht danach handelt.
Es hat bald keinen Sinn mehr, über Katastrophen zu reden, wenn eine Reform des Bundesheeres schon selbst die Katastrophe ist.

Dr. Norbert van Handel,
4652 Steinerkirchen a.d. Traun

Fragen eines IT-Experten zur Einführung von Elga

Es ist uns Technikern leider noch nie gelungen, ein zu 100 Prozent sicheres System herzustellen. Obwohl wir alles Menschenmögliche tun, fallen manchmal Flugzeuge vom Himmel und erleiden Atomkraftwerke einen Super-GAU. Mit der Informationstechnik ist das nicht grundsätzlich anders.
Es kann leider nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass in der IT meine persönlichen Befunde verfälscht werden oder dass diese verloren gehen und ich dadurch einen Gesundheitsschaden erleide.
Wer haftet für meinen Schaden als Patient? Das müsste im Gesetz eindeutig geregelt sein. Ist es das?
Und: Wie einfach beziehungsweise schwierig ist es für mich, zum Schadenersatz zu kommen?

Dipl.-Ing. Dr. Franz Labek,
2500 Sooß

Politik als Weichensteller für Österreichs Entwicklung

Dass Österreich in Sachen Arbeitslosigkeit und Wachstum im Vergleich zu anderen Eurostaaten gut dasteht, ist keine Leistung der Politik, sondern der Unternehmer sowie der fleißigen Arbeitnehmer.
Hätte die Politik ihre Hausaufgaben gemacht, dann würde Österreich noch wesentlich besser dastehen. Man braucht in diesem Zusammenhang nur an die unendliche Geschichte der Verwaltungsreform oder des Bildungswesens denken.