Zum Leitartikel von Walter Hämmerle, 25. Oktober
Österreich als mentale Herausforderung
Österreichs Politiker sind
besser als ihr Ruf

Was die "Wiener Zeitung" von anderen wohltuend unterscheidet, sind Kommentare wie dieser. Natürlich geht es nicht um Schönreden, selbstverständlich gibt es vieles, das zu verbessern ist. Bei aller berechtigten Kritik sollte aber nicht vergessen werden, mit dem Positiven zu beginnen. Die ewigen Nörgler haben noch nichts verbessert.
"Schwarz" oder "Weiß" gibt es in politischen Fragen als Lösungen nur selten. Daher kann die Politik auch nur versuchen, sich an die richtigen heranzutasten. Die Akteure sind auch nur Menschen, die aus den vielen Vorschlägen und Meinungen, oft von Experten und Journalisten, die keine Verantwortung tragen, einen Weg finden müssen. Keine leichte Aufgabe. Österreich steht in vielen Dingen sehr gut da. Die Politik kann also in den letzten Jahren nicht so schlecht gewesen sein.

Wolfgang Drexler,
per E-Mail

Wohlstand und Stabilität nicht mehr lang von Dauer

Ja, es geht uns noch gut. Aber das ist nicht auf die Qualität der aktuellen Politik zurückzuführen, sondern der Weitsicht früherer Staatsmänner, etwa Bruno Kreiskys, zu verdanken. Allerdings kann man davon nicht endlos zehren und die Szenarien, die vor allem aus Entscheidungen seit etwa Mitte der 1990er Jahre resultieren, sind düster. Seit damals steht nicht die langfristige Zukunft des Landes, sondern der kurzfristige Erfolg eitler Politiker im Sinne von vorauseilendem Gehorsam gegenüber höheren Instanzen im Vordergrund. Und diese Selbstaufgabe eines Landes wird sich eines Tages bitter rächen.

Mag. Martin Behrens,
1230 Wien

Verantwortung der Politik bei Entscheidungen

Es ist vielleicht ungerecht aber real, dass Politiker ex lege für ihre Entscheidungen in wirtschaftlicher Sicht keine Haftungen eingehen und somit auch nicht zur Verantwortung gezogen werden können.
Während jeder Österreicher für seine Handlungen geradestehen muss und ihm bei drastischen wirtschaftlichen Fehlentscheidungen eine Pfändung auf Existenzminimum droht, passiert einem Politiker kaum etwas.