Zum Kommentar von Ernest G. Pichlbauer, 3. November
Konflikte bei Einführung von Elga

Ärztekammer als Standesvertreter der Ärzte

Wer soll denn interpretieren wenn nicht die Vertreter derer, die die Erhaltung der Gesundheit und das Betreiben der Medizin als Beruf ausüben? Vielleicht die Ökonomen? Was dabei herauskommt, sehen wir ja gerade. Es ist der Weg zur vollständigen Entsolidarisierung der Gesellschaft. Aus dem Sozialbereich verabschiedet sich die Politik und in der Gesundheit steht es unmittelbar bevor. Ich hoffe, dass Sie entsprechend vorsorgen, um sich eine einmal nötige Leistung der Medizin leisten zu können. In diesem Sinn: Bleiben Sie gesund!

Dr. Eiko Meister,
per E-Mail

Ungelöste Konflikte erschweren Elga-Start

Es gibt große Probleme in der Zusammenarbeit von Gesundheitsministerium, Hauptverband und Ärztekammer. Zusammenarbeit entsteht nicht von selbst, sondern gehört organisiert.
Richtig wäre es gewesen, bereits vor dem Projektbeginn von Elga alle Interessengruppen an einen Tisch zu bringen, die verschiedenen Interessenlagen ehrlich und sachlich zu diskutierten und aufeinander abzustimmen. Wenn jemand aus Gründen wie auch immer "mauert", so gehört dieser Konflikt mit allen Pro und Kontras so lange in der Öffentlichkeit ausgetragen, bis man wieder an den Verhandlungstisch zurückfindet und letztlich alle Projektziele konsensual vereinbart sind. Erst dann sollte ein IT-Projekt gestartet werden.
Jeder IT-Spezialist weiß, was passiert, wenn man diese Grundregel verletzt: Die ungelösten Konflikte kommen während des Projektes emotional verstärkt an die Oberfläche. Unabgestimmte Projektziele wie der Projektnutzen werden von der Gegenseite in Zweifel gezogen.
Und die schwelenden Konflikte verlagern sich auf eine andere Ebene, auf die Ebene des IT-Systems, wie bei Elga die Datensicherheit.
Auf dieser Ebene sind aber die ursächlichen Probleme verdeckt und nicht lösbar. Und die jetzt ausgehandelten Kompromisse machen das IT-System oft wenig brauchbar und unnötig komplex.
Jeder IT-Spezialist weiß: So ein IT-Projekt trägt bereits den Keim des Scheiterns in sich. Und sollte es trotzdem funktionieren, so besagt eine IT-Faustregel, dass so ein Projekt bei verringertem Projektumfang dreimal so lange dauern und dreimal so viel Geld kosten wird als notwendig.
Schade um die gute Vision von Elga, sie hätte sich eine bessere Umsetzung verdient. Und schade um jene unnötigen Mehrkosten, die von uns Steuerzahlern aufgebracht werden müssen.