Zum Gastkommentar von Cho Hyun, 17. April
Kühlere Köpfe und rationalere Entscheidungen

Die koreanische Halbinsel ist weiter im Bann einer äußerst gefährlichen nuklearen Krise. Für einige Medien geht die Krise von der Demokratischen Volksrepublik (DVR) Korea aus, einige Kommentatoren sind der Meinung, die DVR Korea habe das Völkerrecht verletzt und somit die Krise herbeigeführt. Das ist absurd.

Korea liegt an einem geopolitisch hochsensiblen Punkt der Erde, an dem die Interessen der Großmächte verflochten sind. Doch die Korea-Frage ist erst mit der US-Besatzung Südkoreas entstanden und bleibt bis heute eine der dringendsten Fragen der Welt. Die US-Truppen, die mit Ende des Zweiten Weltkrieges zur "Entwaffnung der japanischen Armee" Südkorea okkupiert haben, besetzen dieses Land bis zum heutigen Tag.
Es ist die Strategie der USA, die DVR Korea zu erobern und den Brückenkopf bis Yalu und Tumen zu erweitern, um in Zukunft auch China und Russland unter Druck zu setzen. Korea ist für die USA nicht mehr als ein Vorposten auf dem Weg zum eurasischen Kontinent. Sie präsentierten vor zwei Jahren eine neue Asien-Pazifik-Politik: Künftig soll das US-Schwergewicht auf diese Region gelegt werden, die USA ziehen demnach ihre Streitkräfte in Fernost zusammen. Um diese Politik zu rechtfertigen, passt es den USA gut ins Konzept, legitime Handlungen wie den friedlichen Start eines Satelliten der DVR Korea als illegal zu brandmarken. Das Ziel der USA ist die Strangulierung der DVR Korea.
Doch wie sollen wir uns in der DVR Korea fühlen, wenn ein feindlich gesinnter Staat direkt vor den Toren des Landes gefährliche Manöver samt einem simulierten Nuklearschlag abhält? Die USA sind die Urheber der Konfrontation zwischen Korea und den USA, der zur jüngsten nuklearen Eskalation geführt hat. Schon während des Korea-Kriegs drohten die USA mehrmals an, das koreanische Volk mit Atombomben zu vernichten, und nach dem Krieg stationierten sie Nuklearwaffen in Südkorea.
Die DVR Korea hat die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel stets als lebenswichtige Frage für das Schicksal der koreanischen Nation betrachtet. Aber die USA haben ungeachtet der Vorschläge der DVR Korea zur Entnuklearisierung die Halbinsel Südkorea in ihr größtes Atomwaffenarsenal in Fernost verwandelt und bedrohen die DVR Korea direkt mit Atomwaffen. Hätten die USA keine Atomwaffen in Südkorea stationiert, dann wäre die koreanische Halbinsel längst denuklearisiert. So hingegen sind wir dazu gezwungen, zu unserer eigenen Sicherheit und zum Erhalt des Friedens selbst Atomwaffen zu besitzen und so den USA entgegenzutreten. Die Lehre, die wir gezogen haben: Atomwaffen mit Atomwaffen entgegenzutreten.
Daher setzt die DVR Korea auf eine Entwicklung der Wirtschaft einerseits und eine Stärkung des nuklearen Abschreckungspotenzials andererseits. All unsere Maßnahmen sind darauf gerichtet, der Anti-Korea-Politik der USA ein Ende zu setzen. Die DVR Korea hofft auf kühlere Köpfe und rationalere Entscheidungen in Washington.

Ri Yong Jin, zweiter Botschaftssekretär der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea

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Zum Artikel von Alexia Weiss, 10. Mai
Abfolge der Lebensereignisse "nach hinten verschoben"

Endlich wieder einmal so eine supermoderne Wortschöpfung. Ich bin auch im Rundfunk schon einige Male dran hängen geblieben.

"Nach hinten verschieben" ist ein Paradoxon in sich. Verschieben kann man ein Geschehen, eine Entwicklung nur auf später, aber nicht auf früher einmal.
Wenn man also schon Ortsbegriffe für solche der Zeit gebraucht, kann man etwas nur nach vorne verschieben, weil Zeit eine Einbahnstraße ist. Nach hinten oder vorne kann man in einen Raum gehen. Irgendjemand kreiert so eine "coole" Wortschöpfung, und flugs sagen es alle nach; es fragt sich nur, wer oder was noch dümmer ist.

Christine Preyer,
per E-Mail

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Dr. Pierre Saffarnia,
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