1973 überfielen arabische Staaten - unter ihnen auch Syrien - zum wiederholten Mal Israel mit dem Ziel, diesen Staat auszulöschen. 1974 wurde unter Beteiligung Österreichs die UN-Mission auf den Golanhöhen im Grenzbereich von Israel, Syrien und dem Libanon eingerichtet. Die Drohungen arabischer Staaten, dortiger Machthaber und von politischen Gruppierungen unterschiedlicher Art und Bedeutung, Israel vernichten zu wollen, halten unvermindert bis heute an.

Aufgabe der UN-Mission ist die Beobachtung des Waffenstillstandes. Ob nun eine Bedrohung Israels durch Syrien von einem kriegslüsternen Diktator, einer ebensolchen Demokratie oder einer völlig instabilen innenpolitischen Situation ausgeht, ist für die Aktualität des UN-Mandates ohne formale Bedeutung.

Diese derzeitige Situation stellt für Israel ein Bedrohungsszenario dar, das vom Territorium Syriens ausgeht. Daher ist das UN-Mandat am Golan aktuell wie seit 1974. Der überfallsartige Rückzug der österreichischen UN-Soldaten schafft ein gefährliches Vakuum, gefährdet die Sicherheit Israels und nimmt der UNO die Chance, das österreichische Kontingent bruchlos und effizient zu ersetzen.

UNO-Missionen werden implementiert, weil es in den betreffenden Regionen extrem gefährlich ist. Dieses Faktum zum Grund für den fluchtartigen Rückzug zu machen, zeugt - bei allem Respekt für die stets nötige Sorge um die Unversehrtheit österreichischer Staatsbürger - vom situativen Fehlverständnis der heimischen Entscheidungsträger.

Im aktuellen Disput bleibt außerdem der Umstand völlig unberücksichtigt, dass Österreichs UN-Mission auch zigtausende von ehemaligen Österreicherinnen und Österreichern schützt, die vom deutsch-österreichischen Naziterror vertrieben wurden und auch jetzt im hohen Alter akut bedroht sind.

Prof. Ernst Smole, 1080 Wien

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Übereinstimmend, glaube ich, kann man sagen, dass die Art und Weise, wie der Abzug vom Golan bekanntgegeben wurde, nämlich ohne rechtzeitige Information an alle Betroffenen, eine eher katastrophale diplomatische Leistung war. In der Sache selbst sollte man nicht darauf vergessen, dass das kleine, neutrale Österreich immerhin in einer Krisenregion für 39 Jahre Truppen stellte, während andere Länder laufend in dieser Zeit vom Golan verschwanden.

Dass nicht nur in Vorwahlzeiten die Regierung selbstverständlich vermeiden muss, dass österreichische Soldaten verletzt oder getötet werden, ist verständlich. Ein warnendes Beispiel sind die Deutschen in Afghanistan, wobei bis jetzt noch niemand die Frage wirklich erklären konnte, wieso Deutschland am Hindukusch verteidigt werden soll.

Interventionen, vor allem der USA, haben nichts als Chaos hinterlassen: Irak, Libyen, Syrien ist noch offen, und nun zeichnen sich auch nicht zu unterschätzende Probleme in der Türkei ab.

Es zeigt sich einmal mehr, dass die Ersetzung des Prinzips der Nichteinmischung im Völkerrecht durch das Einmischungsprinzip sich als mehr als negativ herausgestellt hat.

Dr. Norbert van Handel, 4652 Steinerkirchen/Traun

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Ich kann verstehen, dass Österreichs Regierung die UNO-Soldaten von den Golanhöhen abzieht, da diese nicht entsprechend ausgestattet sind - weder mit Material noch mit einem ausreichenden UNO-Mandat. Aber warum ringt man nicht um eine bessere Ausstattung?

David Paul, 1170 Wien

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Ich finde es vollkommen richtig, dass unsere Soldaten abgezogen werden. Es ist aber zu bedenken, dass die Soldaten sich auch wegen des Einkommens für solche Strapazen entschieden haben. In weiterer Folge haben sie mit dem Geld, das sie verdienen werden, gerechnet und es teilweise schon verplant. Ich hoffe, dass ihnen die Zeit, für die sie sich entschieden haben, trotzdem abgegolten wird. Wenn alle Soldaten wieder gesund zu Hause bei ihren Familien angelangt sind, muss es uns das auch wert sein.

Siegfried Göschl, per E-Mail