Regiert Geld die Welt?
Über den volkswirtschaftlichen Grundzusammenhang von Leistung und Geld

Wenn man fragt, was Geld sei, wird mit einer Eigenschaft von Geld geantwortet: Geld ist ein Tauschmittel. Was Geld seinem Wesen nach ist, wird kaum erfasst. Dieser Mangel des Erkennens und Erfassens ist Grund für die Dauer der Finanz-, der Schulden-, der Wirtschafts-, der Beschäftigungskrisen.

Was ist Geld? Sein Wesen wird kaum erfasst. - © Foto: dpa/Sven Hoppe
Was ist Geld? Sein Wesen wird kaum erfasst. - © Foto: dpa/Sven Hoppe

Würde man bedenken, was Geld ist, würde man zunächst eine Konzeption zum Verständnis der Zusammenhänge entwerfen und dann ein Programm zur Überwindung der misslichen Situation, in der Europa seit nunmehr fünf Jahren verharrt.
Am leichtesten ist zu verstehen, was Geld seinem Wesen nach ist, wenn man es als einen universellen Gutschein betrachtet: Es ist ein Symbol für eine Leistung in Form eines Produkts oder eines Dienstes.
Wer Geld emittiert, verspricht immanent Leistungen; wer es besitzt, hat Anspruch auf Leistungen. Ein Gutschein ist aber nicht das selbst, was er als "Gut bescheinigt".
Dieser volkswirtschaftliche Grundzusammenhang von Leistung und Geld ist offenbar weder im Denken der Verantwortlichen noch in dem der von Geldverfügbarkeit Abhängigen vorhanden: In privatwirtschaftlicher Reduktion wird Geldbesitz dem Erhalt von Leistungen vorausgesetzt.
Verständlich ist diese Verkehrung, weil tatsächlich in Gesellschaften extremer Arbeitsteilung, die ihre Leistungen über Geld tauschen, Geldverfügbarkeit gleichsam Lebensvoraussetzung ist. Dadurch wurde das Nachdenken über Geld ersetzt durch Urteilen über Geld: Geld habe Macht, die Welt drehe sich ums Geld; Geld regiere die Welt.
Durch diese Verengung des Verstehens von Geld entstanden volkswirtschaftlich "verkehrte" Ansichten wie, Geld müsse erst eingenommen werden, bevor es ausgegeben werden könne; Geld könne nur einmal ausgegeben werden oder die Auffassung, dass das Wirtschaftswachstum nicht ausreiche, um die "Arbeitslosigkeit" - also in Wirklichkeit Erwerbslosigkeit - zu verringern.
Da Wirtschaftswachstum am Bruttoinlandsprodukt gemessen wird, müsste doch klar sein: Wirtschaftswachstum entsteht erst nach dem Verkauf von wirtschaftlichen Leistungen. Folglich müssten erst Leistungen erarbeitet werden, bevor sie verkauft und in die Berechnung des BIP eingehen können. Das heißt: "Beschäftigung", also Erwerbsarbeit, die verkaufte Leistungen erbrachte, ist Voraussetzung, nicht Folge von Wirtschaftswachstum.
Wenn für Geld nichts zu kaufen ist, ist es nicht viel wert. Doch beim Denken an Geld stößt Denken auf Grenzen. Anstatt Leistungsbedarf und Leistungsvermögen in Übereinstimmung zu bringen, werden Menschen, die Leistungen erbringen, "abgebaut". Um Geld zu "sparen", schwindet Kaufkraft. Armut steigt, die Krisen verlängern sich.
Unser Handeln beruht auf Orientierungen: Erfahrungen und Werten, auf Urteilen und auf richtigem oder falschem Denken; doch wer falsch denkt, kann nur zufällig richtig handeln.

Univ.-Prof. Dr. Paul Kellermann,
per E-Mail

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Zum Artikel von Benjamin Breitegger, 4. Juli
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Im 2. Bezirk gibt es eine winzige eingezäunte Fläche, bezeichnet als Manes-Sperber-Park. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wäre diese Fläche nicht zum Hundeplatz verkommen.

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Dr. Lilo Radlberger,
1030 Wien

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Es ist zu hoffen, dass Edward Snowden heil in Venezuela ankommt. Die USA werden auch vor illegalen Mitteln nicht zurückschrecken, um ihren Feind vom Himmel zu holen. Und fast alle Länder machen mit.

Adolf Platzer,
per E-Mail