Zum Offenen Brief von Mag. Martin Behrens, 27. Juli
Theater als Spiegel der Amoral

Es tut mir leid, dass Sie die Regiearbeit(en) und künstlerischen Interpretationen von Peter Konwitschny so sehr verachten. Da Sie das ja offensichtlich aus Prinzip tun, frage ich mich schon, warum Sie dann zu "Attila" gekommen sind. Denn wir/TAW haben in unseren Vorankündigungen (Artikel/Vorberichten, Interviews, Probenfotos) ganz klar vermittelt, dass Herr Konwitschny Verdis "fröhliche" Musik als "Antikriegsoper" hört und daher auch so grotesk anprangernd auf die Bühne bringt - und keinesfalls als Kriegsverherrlichung und Freiheitsoper, wie man sie im Risorgimento politisch vereinnahmt hat.

Ich weiß schon, dass es oft nicht angenehm ist, den Spiegel der gesellschaftlichen und menschlichen Amoral wie Falschheit, Intrige, Hass, Eifersucht, Rache, Mobbing/Verfolgung bis Mord und kollektives Töten vorgehalten zu bekommen, aber ernsthaftes, heutiges (Musik)Theater darf nicht bloßes Entertainment sein, sondern muss auch versuchen dem Publikum berührende (ich meine nicht pathetische) Reflexionen "auf den Nachhauseweg mitzugeben".
Wir haben mit 99,8 Prozent Auslastung (im freien Kartenverkauf!) ein exorbitantes Interesse und (freiwilligen!) Besuch mit dieser "Attila"-Produktion erzielt und bis auf einige Buhs bei der Premiere bei allen Vorstellungen ausschließlich großen Applaus erhalten. Der überwiegende Teil der verbalen und schriftlichen Reaktionen inklusive der inter- und nationalen Presse waren von hoher Begeisterung.
Ich will gar nicht behaupten, dass Sie der Einzige sind, dem Peter Konwitschnys Interpretationen "sauer aufstoßen", aber was haben Sie sich erhofft, auf der Bühne zu sehen: Einen historischen Hunnenkrieg mit Folter und Morden, einen heroisch gefeierten Intriganten und Verräter, einen von Eifersucht und Hass zerfressenen Liebhaber und eine rachesüchtige "heilige Judith", wo jedes Mittel den Zweck heiligt? Und zum Finale ein großes Bravo auf die Hinrichtung des Mächtigen? Diesen Realismus sieht man tagtäglich meist unbeeindruckt in den Fernsehnachrichten mit der beißenden Erkenntnis, dass die (jungen und alten) Menschen nichts seit damals dazugelernt haben.
Peter Konwitschny ist seit Jahren einer der anerkanntesten - auch polarisierenden - Opernregisseure der Jetztzeit und steht für bahnbrechende und aufregende Musiktheatererlebnisse.
Das ist ihm auch bei seiner neuesten Inszenierung "Attila" im TAW gelungen.

Dipl.-Ing. Roland Geyer,
Intendant

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Zum Artikel vom 27. Juli
Autonomie von öffentlichen Universitäten beschränkt

Die Entscheidung des Verfassungsgerichtes kommt nicht überraschend. Wer Universitäten erlaubt, eigenmächtig Eintrittsgelder zu erheben, der verändert auch deren Charakter weg von einer öffentlichen hin zu einer privaten Einrichtung.

Weswegen ein Land wie Österreich gut daran tut, die Quadratur des Kreises endgültig zu beenden, indem man künftig auf eine Campus-Maut komplett verzichtet.
Und stattdessen lieber bessere Hochschulen über eine Anpassung der Vermögensbesteuerung an europäisches Normalniveau finanziert. Da sich nur so der Fachkräftemangel wirksam bekämpfen lässt, der der gesamten Gesellschaft in Form von weniger Wachstum und Wohlstand schon heute gewaltige Nachteile bringt.

Rasmus Ph. Helt,
D-20539 Hamburg

Zur Verhandlungsdauer des Lehrerdienstrechts

Wenn nach mehr als 30 Verhandlungsrunden kein Ergebnis vorliegt, kann man die Leistung nur mit "Nicht Genügend" klassifizieren und die Verhandler sind durch geeignete zu ersetzen.

Arch. Dipl.-Ing. Bernd Stanzel,
1070 Wien

Mögliche Ursachen des Zugunglückes in Spanien

Das Ausbrechen des Hecks des Triebfahrzeugs weist den Zeitpunkt der Notbremsung des Zuges in Spanien.
Offensichtlich hat der Schub der später verzögernden Waggons die auslösende Fliehkraft an der hinteren Kupplung des Triebfahrzeugs erzeugt.

Anton Gsandtner,
per E-Mail