Zum Artikel vom 6. August
Bildungspflicht statt Sitzenbleiben
Bildungspflicht während der ganzen Schulzeit

Jugendliche, die beim Pflichtschulabschluss nicht lesen können, sollen das bis zu einem Alter von 18 Jahren nachholen. Ein Alter, in dem ihre Kameraden bereits maturieren. Welche Verschwendung von Lebenszeit! Die Lesefähigkeit ist für alles weitere Lernen die Grundlage, weder Rechnen noch Schreiben sind dermaßen entscheidend.

Also muss schon ab der zweiten Schulstufe eine intensive Kontrolle und nötigenfalls ein Stützunterricht einsetzen, wobei der wichtigste Hebel darin besteht, Neugier und Interesse der Kinder zu wecken. Wahrscheinlich ist es sogar besser, wenn Trivialliteratur ("Schundhefte") gelesen wird, weil sie spannend ist, als wenn man gar nichts liest.
Und der Aufwand an Stützlehrern ist vermutlich nicht größer als derjenige für die Lehrer, die sich mit frustrierten 16- bis 18 jährigen abplagen müssen.

Dipl.-Ing. Ewald Pangratz,
1130 Wien

Defizite bei schulischen Grundkompetenzen

Eben erst wurde das Sitzenbleiben nahezu abgeschafft und nun soll es drei Jahre schulische Strafverschärfung für jene Benachteiligten geben, deren Schule sich auf die Eltern und deren Eltern sich auf die Schule verlassen hatten, die ohne Schulabschluss und ohne Perspektive sind. Den Misserfolg "Schule" um Jahre fortzusetzen - ist diese Einfallslosigkeit zu toppen?
Unsere Schule fördert und wertet Geistesleistungen überproportional gegenüber handwerklich-manuellen Fähigkeiten. Bundesweit wird nahezu die Hälfte aller Stunden im Fach "Werken" von Ungeprüften unterrichtet, manche Produkte des Werkunterrichtes lassen ob der Fantasielosigkeit und der Ausführungsqualität erschaudern.
Wer sich im Kognitiven schwer tut, wird zum Schulversager und sei er in anderen Bereichen noch so begabt. Zwei linke Hände, zwei linke Beine - kein Problem, solange brav auswendig gelernt wird.
Es ist unabdingbar, diesen jungen Menschen das Trauma des Versagens zu nehmen, indem man Ihnen die Chance gibt, beruflich nutzbare Interessen und Fähigkeiten an sich zu entdecken. So könnte das Trauma des Schulversagens zugunsten von Zufriedenheit weichen.
Es entsteht Motivation, die auch Einsicht für die Notwendigkeit des Beherrschens der schulischen Kompetenzen nach ziehen könnte.

Prof. Ernst Smole,
1180 Wien

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Klimawechsel sind Teil der Natur und Erdgeschichte

Das Klima wird sich nie beruhigen. Seit Jahrmillionen kümmert sich das Klima weder um Verbrennungsmotoren noch um Grüne noch um Fanatiker aller Art. Es wechselt. Von Eiszeit bis Heißzeit und zurück zur Eiszeit.

Andreas Sarkis,
per E-Mail

Kleine Pension für Frauen durch niedriges Alter

Frauen mit einem mittleren Einkommen von 1500 Euro haben gegenüber Männern mit vergleichbarem Gehalt wegen des frühen Pensionsantrittsalters eine um bis zu 75.000 Euro niedrigere Lebensverdienstsumme. Dabei ist zu berücksichtigen: 5 Jahre weniger Erwerbstätigkeit, monatlich etwa 200 Euro geringere Pension bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 83 Jahren.
Das unterschiedliche Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen ist ursprünglich als Ausgleich für die Mehrbelastung von Müttern gedacht gewesen.
Leider entwickelte es sich zunehmend zu einem Hindernis für Frauen, die länger arbeiten und eine höhere Pension bekommen wollen. Statt eines frühen Pensionsantrittsalters werden in den meisten europäischen Ländern unabhängig von den Beitragsjahren die Kindererziehungszeiten großzügig als Versicherungszeit für einen Pensionsanspruch berücksichtigt.
Es wäre daher günstig, die österreichischen Pensionsbestimmungen schrittweise an europäische Normen anzupassen. Einerseits würden erwerbstätige Frauen eine höhere Pension erhalten und andererseits würde das Budget dauerhaft entlastet.

Kurt Gärtner,
4600 Wels