Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 15. Oktober
Umwertung der Werte
Bestehendes Finanzsystem braucht die Staatsschulden

Schuldenfreiheit kann es im bestehenden System nicht geben, weil die Emission von Geld und Krediten neue Schulden generiert und der Geldschöpfungsprozess immer mehr aus dem legislativ geregelten und kontrollierten Teil der Finanzwirtschaft ausgelagert wird.
Dieser Systemfehler ist nur mit einem völligen Paradigmenwechsel und damit verbundenen alternativen Strukturen behebbar. Interessant ist auch noch ein anderer realwirtschaftlicher Aspekt: Die Produkte und Dienstleistungen, die gekauft und konsumiert wurden, sind in den vergangenen Perioden produziert, also in ökonomischer Hinsicht finalisiert worden.
Die Häuser sind errichtet, die Straßen gebaut, die Autos fertiggestellt und alles wird benützt, ist aber mangels Massenkaufkraft zu einem erheblichen Teil mit Schulden bezahlt worden. Die Schlussfolgerungen, die man daraus ziehen kann, sind ziemlich eindeutig: Das Marktgleichgewicht ist nicht vorhanden, weil die Bezahlung zu niedrig und/
oder die Preise zu hoch sind.
Für diese These spricht auch, dass die Lohnquote zugunsten der Kapitalquote, die ebenso wie die Staatsquote permanent steigt, seit Jahrzehnten sinkt.

Mag. Martin Behrens,
1230 Wien

Schulden machen hat Vorteile und Nachteile

Das heißt, ich baue mein Haus nicht im Alter von 30 Jahren, sondern mit 55 Jahren, dafür schuldenfrei? Der Staat kauft die Abfangjäger von heute in 20 Jahren, bis dahin spart er fleißig. Ja, ich bin auch beim Staat für das Sparen. Staatsguthaben statt Staatsschulden.
Wer legt eigentlich fest, welchen Zinssatz der Staat, somit also der Steuerzahler, zu zahlen hat, und wer profitiert von den Milliardenzinsen?
Ich dachte, das Schulden-gut-böse-Thema wäre volkswissenschaftlich abgehandelt und keine Glaubensfrage?

Josef Kleindienst,
per E-Mail

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Zum Artikel von Bettina Figl, 15. Oktober
Frauen und Technik vertragen sich doch gut

Der Artikel hat mir sehr imponiert. Er zeigt auf, wieso sich scheinbar nur wenige Frauen für technische Studiengänge und Berufe interessieren, besser entscheiden, was sie dazu bewegt oder davon abhält, und welchen Teil die Erziehung dazu beiträgt.
Besonders die Worte von Thomas Angerer: "(...) es muss möglich sein, dass ein Bub lange Haare hat und eine rosa Jogginghose" haben mir sehr gut gefallen.
Der Grundgedanke des Artikels ist gut und schlüssig, doch hapert es an der Umsetzung. Denn wieso haben Sie in Ihrem Diagramm Frauen klischeemäßig in Rosa und Männer in Blau dargestellt?

Franziska Reiter,
1140 Wien

Einwanderungsregeln wären nicht durchführbar

Wenn EU-Parlamentspräsident Martin Schulz anregt, dass Europa ein legales Einwanderungssystem wie Kanada braucht, dann frage ich, ob er die Einwanderungsgesetze für Kanada kennt.
Ich glaube kaum, dass es möglich sein wird, all diese Vorschriften zu überprüfen, wenn die einwanderungswilligen Menschen eingeschleust werden oder auf andere Art und Weise illegal ins Land kommen.

Josef Pflügler,
per E-Mail

Das Nationalratsmandat für Monika Lindner

Monika Lindner ist auf Frank Stronachs Liste für die Durchsetzung von "Werten" angetreten. Wenn sie die Werte Frank Stronachs vertritt, wird es gut sein. Weicht sie aber davon ab, hat sie sich für fünf Jahre im Parlament das Vertrauen ihrer Wähler erschlichen. Anständig wäre das nicht.

Anton Padua,
5351 Aigen