Begegnung mit Galerist Wolfgang Gurlitt
Hinweise zur Person eines Kunstliebhabers

In der Berichterstattung über den ominösen Münchner "Schatzhüter" Cornelius Gurlitt nimmt auch dessen Onkel, der 1965 verstorbene Kunsthändler Dr. Wolfgang Gurlitt, breiten Raum ein - schon deshalb, weil auf ihn die Nachkriegsgründung der "Neuen Galerie" in Linz zurückgeht, des Vorläufers des heutigen Lentos Museums. Zur Vervollständigung des Bildes, das von Wolfgang Gurlitt in den Medien gezeichnet wird, mag eine kleine Facette beitragen, die ich aus eigenem Erleben beisteuern kann.
Es war im Frühjahr 1960. Die Galerie Wolfgang Gurlitt, die sich an einer der besten Adressen der bayerischen Hauptstadt, in den Arkaden des Münchner Hofgartens, befand, hatte den Wiener Maler Franz Hrastnik, dessen Nachlass ich seit Hrastniks Tod im Jahr 1978 betreue, zu einer Ausstellung seiner Zeichnungen und Aquarelle eingeladen.
Da sich Künstler und Galerist auf Anhieb vorzüglich verstanden, erteilte Gurlitt seinem neuen Schützling überdies den Auftrag, für das Buchprojekt "Kleine Gurlitt-Reihe" ein bibliophiles, aus Zeichnungen und Versen komponiertes Bändchen zu einem Thema zu gestalten, das Gurlitt besonders am Herzen lag: einen Hymnus auf die von ihm hoch geschätzte Hundegattung des Pekinesen.
Zu beiden Anlässen, der Vernissage der Hrastnik-Ausstellung und der Buchpräsentation des "Pekingesischen Flötensolos", begleitete ich Franz Hrastnik nach München und lernte bei dieser Gelegenheit den zu dieser Zeit 72-jährigen Gurlitt als einen ebenso engagierten wie großzügigen Kunsthändler und Verleger kennen, dem Franz Hrastnik bis an Gurlitts Lebensende freundschaftlich verbunden blieb.

Dietmar Grieser,
Sachbuchautor

Zum Leitartikel von Walter Hämmerle, 22. November
Russlands wirtschaftliche Rolle in der Ukraine

In dem gelungenen Kommentar vermisse ich die Betrachtung der wirtschaftlichen Konsequenzen. Dazu kann ich nur sagen: Merci, Wladi! Da wir noch lang nicht die Hilfe für die PIGS-Staaten verdaut haben, müssen wir froh sein, dass Russland diesen Riesenknödel übernommen hat. Die G77-Staaten fordern von uns "Entschädigungszahlungen" wegen des Klimawandels. Wo man schon einmal jetzt dafür zu sparen anfangen kann, allerdings getarnt: Die EU will eine "Wahlbeobachtungskommission" in das "politisch instabile Honduras, in dem Ausschreitungen befürchtet werden", senden. Dieses Unterfangen kann ohne jeden Schaden ersatzlos gestrichen werden.