Zum Artikel von Walter Hämmerle, 30. November
Verbot von Sterbehilfe in der Verfassung
Volksabstimmung bei wichtigen Themen

Warum gibt es für solch wichtige Entscheidungen keine Volksabstimmung?

Karin Endrighi,
per E-Mail

Bessere Sterbebegleitung braucht der Mensch

Es ist mehr als erstaunlich, dass Österreichs Großkoalitionäre das Verbot der aktiven Sterbehilfe - gegen den europäischen Trend - verfassungsmäßig verankern wollen.
Aktive Sterbehilfe resultiert aus einer immer stärkeren Verdrängung des Todes aus dem öffentlichen Bewusstsein. Wenn sich das Thema aktive Sterbehilfe der Souveränität von Staat und Religion entziehen kann, ist folglich die Bejahung einer überwiegend säkularen Gesellschaft anzunehmen. Das vom liberalen Standpunkt aus mögliche Recht des Einzelnen, den Zeitpunkt des Todes selbst wählen zu können, steht für manche Menschen in einem Kontrast zur religiös geprägten Überzeugung.
Unterdessen setzt in unserer Gesellschaft ein neues Nachdenken über Krankheit, Sterben und Tod ein. Dahinter steht eine Forderung nach einem würdevollen Sterben als Recht. Ziel ist Sterbebeistand statt Sterbehilfe.
Palliativpflege ist Lebenshilfe in einer schwierigen Zeit beziehungsweise für die letzte Wegstrecke des Lebens. Diesen Beistand können Angehörige oft nicht geben, nicht immer aus einer persönlichen Verweigerung.
Der Ausbau der Palliativhilfe ist eine wünschenswerte mitmenschliche Sterbegleitung. Die Einigkeit von SPÖ und ÖVP, dies gesetzlich regeln zu wollen, sollte als Zukunftsmodell finalisiert werden.

Wilma Kropf,
per E-Mail

Zum Artikel von Barbara Ottawa, 21. November
Gute Aufklärung zum neuen Gesetz der "GesmbH light"

Lieben Dank für den wertvollen Artikel. Viele EPU haben lange auf die Einführung der GmbH gewartet, ohne sich der damit verbundenen Konsequenzen bewusst zu sein. Als Unternehmensberaterin warne auch ich immer wieder vor den Fallen. Gott sei Dank gibt es auch Rechtsanwälte, die das ähnlich sehen.

Mag. Barbara Huber,
per E-Mail

Forderung nach sofortiger Verbesserung der Schule

Es misslingt zumindest 50 Prozent des Unterrichtes, Tendenz steigend. Die AHS sind besorgt über den sinkenden Leistungsstandard der Volksschüler, Unirektoren beklagen schwindende Kenntnisse von Maturanten, betriebe jene der Lehrlinge und massives Notendumping. Mehr als 70.000 junge Menschen "hängen herum" - ohne Job, ohne Lehrstelle, ohne positive Lebensperspektive. Vom misslingenden Unterricht sind alle Schultypen betroffen, auch das Gymnasium.
Misslingen - warum? Elternabwesenheit, Herkunfts- und Sprachenvielfalt, Schüler- und Lehrerdisziplin, fehlende Fortbildungspflicht, schulischer Aufgabentsunami wie Bildung, Wissensvermittlung, Integration, Inklusion, Schüleraufbewahrung, multiple Projektitis, Verkehrs-, Sexual-, Taschengeld- und sonstige "Erziehungen". Unterrichten ist so schwer wie noch nie.
Quellen vom Altertum bis heute nennen verbale Schlagfertigkeit, intuitives Handeln, Situationshumor und Selbstkritik als Kennzeichen gelingenden Unterrichts - Beziehungsfähigkeit und Fachwissen vorausgesetzt. Wie meilenweit sind wir heute teils davon entfernt.
Debatten über Schulstrukturen, Gymnasien, Hauptschulen, Sechsjahresvolksschulen nicht jetzt, denn misslingender Unterricht misslingt in jeder Schulstruktur. Daher würde die Einführung der Gesamtschule zum jetzigen Zeitpunkt deren Qualität ins Bodenlose fallen lassen, ganz zu schweigen von jenen Problemen, die jede Umstellung mit sich bringt - aktuelles Beispiel ist die Zentralmatura in Mathematik.
Die Diskussionen um Gesamtschule und Gymnasium machen erst Sinn, wenn der Unterricht in Österreichs Schulen wieder gelingt. Dank einer schulwirklichkeitsgerechten Lehreraus- und verpflichtenden Fortbildung, die verbale Schlagfertigkeit, Intuition, Humor, Selbstkritik und das "Üben, Üben, Üben" des heute so schwierig gewordenen "Dienstes in der Klasse" in den Mittelpunkt rückt. Diese Aufgabe wird zumindest die Dauer einer Legislaturperiode in Anspruch nehmen. Daher - Strukturstreit aus, Verbesserung des Unterrichtes ohne jede weitere Verzögerung.

Prof. Ernst Smole,
1080 Wien