Zum Kommentar von Christian Ortner, 7. Dezember
Zusammenhang zwischen Gelddrucken und Inflation

Seit wann können Banken Geld drucken? Dazu gibt es bekanntlich Notenpressen, die nur im Auftrag der jeweiligen Regierungen agieren können. Dass sich diese fast global von den Banken erpressen lassen, ist eine andere Geschichte.
Das so Gedruckte ist eigentlich kein Geld; es handelt sich vielmehr um Ersatzscheine für die penibel verwahrten Goldreserven eines Staates. Sind diese nicht ausreichend vorhanden, sind es im Grunde "Blüten", also Falschgeld, denn sie geben vor, für etwas zu stehen, das es gar nicht gibt; Handel in betrügerischer Absicht. Doch so wie einst Banknoten die Gold- und Silbermünzen ersetzt haben, so wird heute der gesamte Geldverkehr fast nur noch online abgewickelt. Das ist auch deshalb nötig, weil nicht Vorhandenes, das Minus, die roten Zahlen, anders nicht darzustellen sind. Und die drohen immer mehr überhand zu nehmen, die schwarzen bei Weitem zu übertreffen.
Da ungedeckte Geldscheine wertlos sind, verlieren auch Ersparnisse und alles Käufliche zunehmend an Wert, was eher hilflos und letztlich vergeblich mit dem Erhöhen der Preise zu kompensieren versucht wird. Ein Teufelskreis.
Täglich wird über Leute berichtet, die nach der Feststellung, nichts mehr zu haben, sich das Nötige bei einem Überfall auf eine Bank oder Juweliergeschäft verschaffen. Was unterscheidet sie von der wundersamen staatlichen Geldvermehrung?

Christine Preyer,
per E-Mail

Ist die ÖVP eine Partei ohne Zukunft?

Wenn sich die Gerüchte nicht als Journalistenfantasie herausstellen, mutiert die ÖVP langsam, aber sicher wirklich zum Selbstmordkandidaten. Dass man sich im Wahlkampf die Chance auf die Nummer 1 durch Themen wie Frauenpensionsalter, Tagesarbeitszeit und "Absandelung" - kommunikativ negative Selbstläufer - selbst verkorkst hat, ist noch nicht das große Problem. Es ist nämlich die Frage, ob die Nummer 1 in einer so unattraktiven Koalition wirklich wünschenswert ist. Wenn man aber die einzige Zukunftshoffnung der Partei, den als Integrationsstaatssekretär recht erfolgreichen Jungpolitiker Sebastian Kurz wirklich als Außenminister verheizen will, stellt sich die Frage, ob diese Partei noch richtig tickt. Oder arbeiten hier in bewährter ÖVP-Taktik bereits die Sesselsäger, die auf das "Jungtalent" neidisch sind?

Günter Braun,
1020 Wien