Zum Kommentar von Christian
Ortner, 28. Dezember

Die EU steht vor einem kritischen Jahr

Realistischerweise dürfte 2014 zur Nagelprobe der EU werden, wobei bei der EU-Wahl die EU-kritischen Kräfte einen regen Zulauf erwarten können. Vor allem in wirtschaftsschwachen Gebieten weisen Gruppierungen mit nationaler Fokussierung Spitzenwerte auf, womit - sollten die Wähler die Umfragen bestätigen - das Regieren in der EU noch schwieriger wird, als es bereits heute ist, wo die Briten immer wieder ihre Extrawürste braten.

Nachdem die Nordstaaten - und hier vor allem Deutschland - beziehungsweise deren Einwohner wohl kaum gewillt sein werden, auf Dauer die maroden Staaten zu subventionieren, und ohne weitere Kraftanstrengungen deren Haushalte nicht in den Griff zu bekommen sind, sind massive Verwerfungen programmiert, welche durchaus in der Lage sein könnten, das ganze Friedensprojekt zum Kippen zu bringen.

Auch die prognostizierte Wirtschaftserholung in Europa dürfte, wie die Ankündigungen der Verantwortlichen in den vergangenen Jahren (zum Beispiel 2008: Die Krise in der EU werde in zwei Jahren überwunden sein), reinem Wunschdenken entspringen, weil China seine Wirtschaftspolitik auf mehr Effizienz umzustellen gedenkt, was die Weltkonjunktur negativ beeinflussen wird. Dies bedeutet, dass somit auch die BIP-Entwicklung für Österreich zu optimistisch ist und eine folglich zu erwartende Steuerlücke durch zusätzliche Einsparungen beziehungsweise neue Steuern geschlossen werden muss.

Somit dürften auch die nächsten Jahre durch Verteilungskämpfe auf unterschiedlichen Ebenen (regional, EU) geprägt sein.

Mag. Robert Cvrkal,

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Griechenland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft

Eine sehr brauchbare Sanktion für Budgetsünder und Debakel-Staaten in der EU wäre es, diese bei der Präsidentschaft so lange zu übergehen, bis geordnete Verhältnisse eintreten und alle Schulden bezahlt sind.

Reinhard Bimashofer,

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Zum Artikel vom 31. Dezember

Österreich droht 2014 ein Anstieg der Arbeitslosigkeit

Das soziale Europa ist am Ende, die Privilegien- und Pfründewirtschaft gleich dem Kapitalismus macht Arme ärmer und Reiche reicher. Ein Sozialstaat bedürfte vernünftiger Lebens- und Einkommensverhältnisse für die Bürger - einerseits Grundsicherung, andererseits gerechter Steuern, in welchen Soziales tunlichst zu berücksichtigen wäre.

Dass Betuchte sich Pensionen um das Zehnfache, Zwanzigfache eines durchschnittlichen ASVG-Arbeiters auf Kosten der Gesellschaft sichern, spiegelt gelinde die Unfähigkeit der Sozialpartnerschaft.

Hermann Bauer,

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Die Wiener Philharmoniker begeisterten zu Neujahr

Ausnahmsweise keine Beschwerde, sondern eine Lobeshymne möchte ich, muss ich anstimmen nach dieser himmlisch schönen musikalischen Einstimmung in das neue Jahr!

Unglaublich, was Menschen aller Professionen vermögen, wenn die Ergebnisse ihrer Arbeit in die ganze Welt übertragen werden. Nicht nur Musiker, Gärtner, Tänzer, Choreographen, ein begnadeter Dirigent, Kameraleute, Modedesigner, eine ganze Heerschar wahrer Meister ihrer Künste hat diesmal wieder wahre Meisterwerke abgeliefert.

Jede einzelne der zahlreichen darstellenden Personen diverser Metiers war bei dieser Präsentation zu erleben mit einem frohgestimmten Gruß an die Welt aus Wien, Österreich, London, Nizza, eben tatsächlich aus ganz Europa, zum Beginn des Jahres 2014. Die Freude an ihrem jeweiligen Beruf war ihnen allen ins Gesicht geschrieben. So etwas kann man nicht vortäuschen! Sie haben so gearbeitet, dass man annehmen darf, sie hätten es zur höheren Ehre Gottes getan.

Die Wiener Philharmoniker, die schon einmal in den USA als eine Horde weißer Männer abgekanzelt und ein anderes Mal in Spanien ausgepfiffen wurden, haben, mittlerweile schon ein winziges bisschen weiblich unterwandert, unter der liebenswürdigen Leitung des Vollblutmusikers und leidenschaftlichen Friedensapostels Daniel Barenboim ihr Bestes gegeben und in harmonischer Zusammenarbeit mit den vielen Regisseuren und der eingesprungenen Moderatorin, der Dame Barbara Rett, ein Gesamtkunstwerk abgeliefert, das bei mir, so gut wie alle Jahre, den Tränenfluss nicht verhindern konnte.

Mag. Helge Schöner,

2680 Semmering

Die Arbeitswelt braucht einen Perspektivenwechsel

Sich in Zeiten der Krise, die mit einer Negativspirale der Konjunkturentwicklung verbunden ist, auf hoffnungsfrohe Beteuerungen von Wirtschaftsexperten zu verlassen, ist zu wenig. Um von der steten Betrachtung von Konjunkturkurven endlich wegzukommen, wäre es notwendig, eine völlig andere Betrachtungsperspektive einzunehmen. Im Sinne von "back to the roots" sollte man wieder das Verständnis von Parametern eines ursprünglichen Produktions- und Dienstleistungsszenarios finden.

Dabei sollten die wahren Wertzugänge für nachhaltige und nachvollziehbare Wertschöpfung wieder erschlossen werden. In einem fatalen Quantensprung von der Produktionsgesellschaft - und ihrer überschaubaren Wechselwirkung von Produktionsmittel, Arbeitskraft und Kapital - zum Finanzkapitalismus wurde nicht nur die Wirtschaftsethik über Bord geworfen, wobei die wesentlichen humanistischen Grundwerte auf der Strecke geblieben sind, sondern auch die Dynamik einer global vernetzten Gesellschaft wurde vollkommen auf den Kopf gestellt.