Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 15. Jänner
Exporterfolge dürfen keine simplen Folgen haben

Wenn Unternehmen wie BMW die Löhne signifikant erhöhen, passiert was?
a) Die Autos müssen teurer werden.
b) Der Export (übrigens in die ganze Welt, zum Beispiel nach China) sinkt.
c) Japan und US-Firmen profitieren.
d) Ganz Europa verliert mit.
Volkswirtschaft ist halt doch ein bisschen komplexer!

Eugen Spannocchi,
per E-Mail

Exportwunder Deutschland stützt Wirtschaft der EU

Ja, die Politik muss neue Wege einschlagen, damit auch endlich jene Entscheidungsträger zur Rechenschaft gezogen werden, die diese Suppe den Steuerzahlern eingebrockt haben. Doch davor werden sich die Politiker hüten, denn es waren sie selbst beziehungsweise ihre Vorgänger, die
1. nicht eurofitte Staaten in die Eurozone aufgenommen haben und dann tatenlos zugeschaut haben, wie Staaten wie Griechenland zu billigem Geld gekommen sind und dieses einfach ausgegeben haben, statt in zukunftsträchtige Projekte zu stecken; 2. Spekulanten satte Gewinne mit Steuergeld ermöglicht haben, statt Hochrisikopapiere, die Spekulanten zulasten der Steuerzahler entsorgt haben, einfach vom Markt zu drängen; 3. durch eine verantwortungslose Politik auf Kosten künftiger Generationen kaum bewältigbare Schuldenberge angehäuft haben, sodass einige Staaten wie Griechenland oder Spanien längst ihre Schuldentragfähigkeit verloren haben; 4. in Wahrheit unseren Wohlstand gefährdet haben und somit für Massenarbeitslosigkeit, Massenarmut sowie die sozialen Spannungen in Europa verantwortlich sind.
Europa braucht Politiker mit Wirtschaftsverständnis, denen die Bevölkerung wichtiger ist als das Vorantreiben einer Idee, und die bereit sind, gemachte Fehler einzugestehen und über Alternativen nachzudenken.
Ohne das Exportwunder Deutschland wäre die Eurozone längst tot. Eine Doppelbelastung in Form der hohen Beiträge Deutschlands und bewusster Schmälerung der Konkurrenzfähigkeit deutscher Produkte führt wohl zum Ende der EU.

Mag. Robert Cvrkal,
per E-Mail