Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 30. Jänner
Leitartikel bringt Klarheit um Hypo-Alpe-Adria-Gewirr

Das Gewäsch vieler Politiker hat den Durchblick in Sache Hypo Alpe Adria vollkommen vernebelt. Die Ausführungen von Chefredakteur Reinhard Göweil brachten die Realität wieder vielen Lesern in verständlicher Form zur Kenntnis. Danke.

Anton Padua,
5351 Aigen

Genaueste Untersuchungen über sämtliche Vorgänge

Kärnten hat, so wie die anderen Bundesländer auch, eine Haftung für seine Bank übernommen, wobei die Höhe der Haftung ein verträgliches Ausmaß zum Jahresbudget des Bundeslandes massiv überschritten hat. Jahrelang hat die Aufsicht (Nationalbank, Finanzministerium) versagt, weil diese Thematik nie wirklich diskutiert wurde, beziehungsweise im Sinne eines effizienten Controllings gegengesteuert wurde. Auch wenn die Haftungen des Landes Kärnten aus der Zeit stammen, als das Land Kärnten noch die Führungsrolle der Hypo Alpen Adria innehatte, so ergibt sich aus der Entwicklung der Wertberichtigungen und des Kreditvolumens, dass viele Fehlgriffe auch in der Zeit, als die Bayern das Ruder führten, passiert sein mussten.
Der Liquiditätsengpass, der Finanzminister Josef Pröll zur Notverstaatlichung veranlasste, wurde von den Bayern bewusst herbeigeführt, was meines Erachtens einen Straftatbestand darstellt. Überhaupt gehört die Zeit der Bayern (etwa ob marode Kredite von den Bayern zur Hypo Alpen Adria ausgelagert wurden) und auch die Notverstaatlichung und ihre Nutznießer genauestens untersucht, weil erst durch diese das Milliardendesaster für die Steuerzahler ausgelöst wurde.
Es ist einzigartig, dass man eine schwache Bank teuer ans Ausland verkauft und dann durch Notverstaatlichung mehr zahlt als vorher und dabei Bedingungen akzeptiert, die Wirtschaftskundige niemals eingehen würden, außer man ist sich bewusst, dass man nicht sein eigenes, sondern nur Steuergeld ausgibt.

Mag. Robert Cvrkal,
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Neue Facetten der NSA-Debatte

Die Bewertung der Wirkung und die Wertigkeit von Datenmaterial ist im Zuge der NSA-Diskussion stark ins Gerede gekommen. Es mischen sich Ängste und Ideen für Interventionsstrategien, wie man dem Phänomen des subtilen Datenklauens begegnen kann. Nach einer Welle der Begeisterung allem gegenüber, was unsere Kommunikation erleichtert, und gegenüber allen Features in Form von neuester Kommunikationstechnologie und den zahlreich angebotenen Apps kam plötzlich der Schock, als Edward Snowden durch seine Enthüllungen Bilder des Datenmissbrauchs rund um den Globus erzeugte.
Die Berichterstattung über das Abhören der deutschen Kanzlerin Angela Merkel breitete sich in den Medien derart aus, dass alle Genres von den Nachrichtenjournalen über Magazine bis zur Comedy bedient wurden. Stellvertretend für die NSA wird der US-Präsident Barack Obama als Kontrahent Angela Merkel gegenübergestellt. Durch die Personalisierung des Abhör- und Datendiebstahlskandals wurde aus einer sonst anonym ablaufenden illegalen Interaktion ein psychodramatisch interpretierbarer Beziehungstransfer Mensch zu Mensch.
Für die Lösung eines ansonsten für die Mehrheit abstrakten technischen Vorgangs eines Datentransfers war dies ein mentaler "Switch", der den Umgang mit einem undurchsichtigen Phänomen in analoger Form möglich macht. Es geht letztlich um den Umgang und das rationale Bewältigen einer permanenten Angst, belauscht oder datenmäßig bestohlen zu werden. Es ist letztlich ein sozialpolitisches und sozialhygienisches Thema, welches sich hinter der Datensicherheitsthematik verbirgt.

Dr. Franz Witzeling,
per E-Mail