Zum Leitartikel von Walter Hämmerle, 21. Februar
Unsere Daten werden ständig gesammelt

Während solche Megadeals und die damit verbundene Marktmacht bei der Bevölkerung oft Ängste auslösen, geben wir tagtäglich Informationen frei beziehungsweise werden solche von uns gesammelt, ohne dass wir dies wahrnehmen. Mittlerweile besitzen wir fünf oder noch mehr Kundenkarten von Einkaufsmärkten, die wir bei jedem Einkauf zücken. So geben wir unsere Einkaufsgewohnheiten preis und füttern die Unternehmen mit wichtigen Informationen.
Nicht nur die Handynetzbetreiber können ein Bewegungsprofil von uns erstellen, sondern auch Automobilerzeuger, weil die neuen Fahrzeuge die gefahrenen Wegstrecken, die Stehzeiten und auch die Tankstopps registrieren, die dann im Rahmen der Servicearbeiten abgerufen und später weiterverarbeitet werden.
Selbstverständlich werden all diese Daten nur im Interesse der Bevölkerung gesammelt, so wie wir auch nur überwacht werden, um uns vor Terroranschlägen zu schützen.
Der gläserne Mensch ist längst Realität, auch wenn wir dies nicht wahrhaben wollen. Wichtig ist, dass man Gefahren erkennt und sich dementsprechend verhält und nicht erst nach Eintritt des Schadens Abwehrstrategien entwickelt.

Mag. Robert Cvrkal,
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Telekom Austria: Höhere Tarife für mehr Dividende

Wenn die Telekom fünf Cent pro Aktie ausschütten kann, warum werden dann ab Mai die Tarife teilweise drastisch erhöht? Speziell der Festnetzsektor ist für viele alte Leute die einzige Verbindung zur Außenwelt. Die müssen nun mehr zahlen? Die Infrastruktur besteht ja, also warum Erhöhungen?

Erich Dietmüller,
per E-Mail

Wir leben längst in einer Ernährungsdiktatur

Wir dürfen nicht mehr länger essen, was uns die Industrie auftischt. Als denkende Konsumenten müssen wir zum Gegenspieler der globalen Wirtschaftsmächte werden. Tatsächlich reagieren Unternehmen auf verändertes Kaufverhalten wesentlich prompter als auf jeden neuen Gesetzesentwurf. Wir tun zwar so, als wären es gänzlich unbeeinflussbare wirtschaftliche Prozesse, die festlegen, was wo wie produziert wird. Die Wahrheit ist jedoch anders: Wir alle sind es, die mit unserem Kaufverhalten die Standards der Produktion bestimmen.
Wir dürfen einfach nicht mehr kaufen, was uns die Industrie durch Werbung einzureden versucht, denn die Nahrungsmittelindustrie hat unser Essen standardisiert: Die immer gleichen Grundstoffe werden mit Geschmacksverstärkern, zweifelhaften Aromen und Zucker aufgepeppt. Schwammige Gesetze öffnen Tür und Tor für gezielte Irreführung der Kunden. Unsere Ernährung wird immer künstlicher, unsere Geschmacksnerven werden von Kindheit an auf Chemikalien und Süßstoffe abgerichtet.
Die Folgen der Fehlentwicklung sind fatal: 1,6 Milliarden Menschen, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation, gefährden durch Übergewicht ihre Gesundheit. Fast genauso viele leiden Hunger. Beide Phänomene hängen eng zusammen. Die jahrelange Bevorzugung der großen Plantagen hat die kleinen Bauernhöfe verdrängt, die für die Ernährung gerade der Ärmeren unentbehrlich sind.
Langsam jedoch beginnen die Verbraucher zu erkennen, dass man auf Dauer Nahrung nicht wie Autos produzieren kann. Bestärken wir diejenigen, die mühsam nun probieren, vielfach und fantasievoll eine Rückkehr zu überschaubaren Formen der Nahrungsmittelherstellung in Gang zu setzen.

Maike Opaska,
per E-Mail