Zum Gastkommentar von
Haimo L. Handl, 10. Juni

Österreich leistet tatkräftig Hilfe im Ausland

Herr Haimo L. Handl bezeichnet in seinem Gastkommentar die Hilfe unserer Soldaten in Bosnien als "mickrigen Bundesheereinsatz. Österreich hat keine Kräfte, keine Geräte - oder es ist nicht interessiert, wirklich zu helfen".

Derzeit sind knapp 1000 österreichische Soldaten in 14 Ländern der Welt im Einsatz; sie helfen Strukturen aufzubauen, beobachten und melden Waffenstillstandsverletzungen, arbeiten in multinationalen Stäben und sichern den Frieden. Und zusätzlich sind seit Ende Mai 72 weitere Soldaten mit 31 Fahrzeugen und 170 (!) Tonnen Ausrüstung in Bosnien. Sie produzieren täglich 240.000 Liter sauberes Wasser. Damit werden 50.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Schwere Überflutungen gab es in Bosnien und anderen Balkanländern. - © apa/epa/Fehim Demir
Schwere Überflutungen gab es in Bosnien und anderen Balkanländern. - © apa/epa/Fehim Demir

Mickrig ist es, diese Hilfe kleinzureden und zu verachten.

Welchen Beitrag hat Herr Handl bisher geleistet, um den Menschen in Bosnien zu helfen? Sein Gastkommentar wird den Durst der Bevölkerung jedenfalls nicht stillen.

Oberst Mag. Michael Bauer,

Bundesministerium für
Landesverteidigung und Sport

Zur Glosse von Robert Sedlaczek, 4. Juni

Die regionale Vielfalt der deutschen Sprache

Während meines Urlaubs in der Steiermark habe ich Ihren Kommentar in der "Wiener Zeitung" gelesen. Da kann ich nur zustimmen. Deutsch ist eine plurizentrische Sprache, und es wäre jammerschade, wenn das wohlklingende österreichische Deutsch gegenüber dem norddeutsch-preußischen Kommando-Deutsch unterginge.

Leider haben Sie das süddeutsche Standard-Deutsch, das bayerisch-schwäbisch geprägt ist, übersehen. Selbstverständlich sagt man auch bei uns in Süddeutschland/Bayern standardsprachlich "heuer", seit jeher und immer noch. Bei uns geht man auch die Stiege "hinauf" und nicht die Treppe "hoch" wie in Norddeutschland, und wenn etwas zu Ende ist, ist es "gar" und nicht "alle", und so weiter

Der Verein zur Förderung Bairischer Sprache und Dialekte bemüht sich heftig, die süddeutsche Standardsprache gegenüber der norddeutsch-preußischen Spracharroganz zu verteidigen. Die Sprachwissenschafter Prof. Ludwig Zehetner von der Universität Regensburg und Gerald Huber, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, publizieren dazu immer wieder Beiträge.

Auch das Süddeutsche hat eine eigene Ausprägung in diesem plurizentrischen deutschen Sprachraum. Dabei wollen wir überhaupt nicht dominieren; doch empfinden wir es ein wenig kränkend, wenn wir Süddeutschen in einen Topf mit den Norddeutschen geworfen werden; viel lieber möchten wir uns mit dem österreichischen Sprachraum verbünden.

Dr. Alois Igelspacher,

D-85244 Röhrmoos