Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 10. Juli
Wer ist der Aggressor im Nahostkonflikt?

Die Entführung und Ermordung von drei jungen israelischen Siedlern wurde von der israelischen Regierung zum Anlass genommen, wieder einmal mit der Hamas "ein für alle Mal aufräumen zu wollen". Abgesehen davon, dass dies bereits einige Male erfolglos versucht wurde, verdecken die derzeitige Aktion und auch die in vielen westlichen Medien geführte Diskussion völlig die wirklichen Ursachen und Motive.
Ich bin mit Chefredakteur Reinhard Göweil einer Meinung, dass eines der Hauptmotive für die jüngsten Auseinandersetzungen tatsächlich darin liegt, eine internationale Isolierung zu durchbrechen. Nur verwechselt Göweil die Akteure: Nicht die Hamas ist es, die sich wieder in das internationale Rampenlicht bomben wollte, sondern Israel. Israel ist "dank" der Politik seiner Ultra-Rechts-Regierung international ins Abseits geraten. Selbst die US-Regierung hat sich zuletzt deutlich von Israel distanziert. Und in Europa hat man gerade in den vergangenen Monaten so massiv wie nie zuvor auf die Völkerrechtswidrigkeit von Israels Siedlungspolitik hingewiesen.
Völlig außer Acht lässt Göweil die Tatsache, dass es sich nicht um einen singulären Konflikt handelt, sondern um einen seit zumindest 47 Jahren andauernden. Nach dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 entschied sich Israel dazu, die eroberten arabischen Gebiete zu okkupieren. Trotz der eindeutigen und wiederholten Verurteilung dieser Siedlungspolitik durch die internationale Völkergemeinschaft hat Israel seit damals hunderte illegale Siedlungen errichtet und weit mehr als 600.000 Siedler transferiert.
Solange diese Fakten nicht zur Kenntnis genommen werden und Israel nicht wirkungsvoll zur Respektierung des Völkerrechtes veranlasst wird, bleibt eine politische Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes eine Illusion.

Fritz Edlinger,
Generalsekretär der "Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen"

Zum Gastkommentar von Christian Ortner, 12. Juli
Ausgezeichneter Kommentar benennt die Fakten

Ein sehr guter Kommentar, dem nur diejenigen widersprechen, die Fakten völlig ignorieren!

Werner Maag,
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Wohltuender Kommentar gegen einseitige Berichterstattung

Einen Tag, bevor Christian Ortners Kommentar erschien, sagte meine Frau zu mir: "Über die drei ermordeten israelischen Jugendlichen wird kaum gesprochen, umso mehr über die palästinensischen Racheopfer." Genau gegen dieses einseitige, pro-palästinensische Medienecho schrieb auch Ortner vollkommen zu Recht an. Auch der Unterschied ist signifikant: In Israel steht der Rachemörder vor Gericht, in Palästina werden die Mörder vom Hamas-Chef "gesegnet". Wie soll Israel einer Zwei-Staaten-Lösung zustimmen, solange die "Mörder -segnende" Hamas Israel vernichten will?

Dr. Peter Stiegnitz,

per E-Mail

Zustimmung und Dank an Christian Ortner

Ein herzliches Danke für Ihren Beitrag! Ist mir aus der Seele gesprochen.

Helga Kuenzl,
per E-Mail