Die Zukunft Russlands und der Ukraine

Einwohner von Novoazovsk in der Ostukraine beobachten aus sicherer Entfernung einen Angriff pro-russischer Separatisten, die einen Tag nach den Krisengesprächen angreifen. - © ap/Sergei Grits
Einwohner von Novoazovsk in der Ostukraine beobachten aus sicherer Entfernung einen Angriff pro-russischer Separatisten, die einen Tag nach den Krisengesprächen angreifen. - © ap/Sergei Grits

Die Tragödie der Ukraine kreist um gekränkten Stolz, Diskriminierung und politische Neuordnung. Die russische Seele leidet, weil ihr Imperium verblasst ist. Der Status der Ostukraine sollte mittels maßgeschneidertem Autonomiestatut lösbar sein.
Einen EU-Beitritt strebt Russland nach eigenem Bekunden nicht an. Eine Alternative wäre eine Freihandelszone "von Vancouver bis Wladiwostok", die auf Basis gemeinsamer Grundwerte drei politische Modelle verbindet: ein liberales, ein ökosoziales und eine Präsidialrepublik Russland eventuell nach Vorbild Frankreichs. Die dritte Variante folgt Russlands gemeinsamem Wirtschaftsraum mit entschieden attraktiveren Qualitäten: demokratischer, offener, wirtschaftlich differenzierter, leistungsfähiger. Nicht allein, nur miteinander vermögen die EU und Russland den Menschen von Chisinau bis Baku eine dauerhafte Hebung ihres Lebensstandards zu garantieren.

Karl Pankerl,
4840 Vöcklabruck

Zum Artikel von Peter Payer, 23. August
Öffentliche Uhren als Dienst für die Bevölkerung

Peter Payer schreibt in seinem hervorragenden Artikel von der im 19. Jahrhundert steigenden Notwendigkeit einer "Chronometrisierung" von Raum und Mensch. Seine Ausführungen wecken Erinnerungen in mir. So erzählte mir mein Vater, dass erst die Eisenbahn und ihre fixen Fahrpläne diese Notwendigkeit verursachten. Bis um 1840 richtete sich die angezeigte Zeit jeweils nach der Sonne; so gab es anfangs, in Großbritannien, auf der West Coast Line, eine London-Zeit, eine Swindon-Zeit sowie eine Bristol-Zeit. Das resultierende Chaos führte zu einer Vereinheitlichung der Zeit innerhalb des Landes: Greenwich Mean Time wurde 1847 von der nationalen Eisenbahnbehörde für das ganze Land offiziell übernommen.
Noch heute befindet sich im schönen, historischen "Hotel Elephant" in Brixen eine Wanduhr im Stiegenhaus mit der Bezeichnung am Ziffernblatt: "Bahnzeit"!

Prof. Nick Allen,
1050 Wien

Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 23. August
Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Was für die Wirtschaft gut ist, muss nicht unbedingt für die Menschen gut sein. Ein schwacher Euro erhöht bekanntlich die Exportchancen und vermindert die Importe. Für den einzelnen Konsumenten bedeutet das weitgehend konstante Preise für Euro-Raum-Produkte, aber höhere Kosten für vieles, was sich außerhalb der Währungsunion vorwiegend mit der Schattenwährung Dollar abspielt, also entsprechende Reisen, spezielle Einfuhrprodukte und vor allem Öl und Gas.

Mag. Martin Behrens,
1230 Wien