Ist Spindelegger auch ein Opfer der Bildungsdebatte?

Als die Landeshauptmänner Wilfried Haslauer, Günther Platter und Markus Wallner längst erkannt hatten, dass das Zusammensein von Kindern aller Schichten in einer differenzierten Gemeinsamen Schule zusätzlich zum pädagogischen Mehrwert auch zum Üben des gesellschaftlichen Miteinanders unverzichtbar ist, dogmatisierte der Vizekanzler unbeirrt: "Mit einem Michael Spindelegger wird es keine Eintopfschule und kein Ende des Gymnasiums geben."
Weder Bildungsexperten der Industriellenvereinigung noch jene der Wirtschaftskammer oder Wirtschaftsbundpräsident Christoph Leitl schafften es, Spindelegger klarzumachen, dass die Gemeinsame Schule das Gegenteil eines Eintopfes darstellt und dass die Abschaffung der Oberstufe des Gymnasiums nie zur Diskussion gestanden ist. Hoffen wir, dass die Ära einer von irrealen Verlustängsten getriebenen VP nun zugunsten wirklichkeitsnäherer Einsichten ein Ende gefunden hat.

Prof. Ernst Smole,
1080 Wien

Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 27. August
Michael Spindelegger und das Bundesheer

Dr. Michael Spindelegger hat seine Konsequenzen gezogen - und das Bundesheer?
"Der Zusammenhalt war nicht mehr da." So begründet der ehemalige Finanzminister Michael Spindelegger seinen Rücktritt. Wohl nicht ausschlaggebend, aber symptomatisch für seinen Niedergang ist die Feststellung der letzten Woche, dem verhungernden Bundesheer fehle es an Lösungskompetenz. Eine Chuzpe sondergleichen - und politisch äußerst ungeschickt. Das Bundesheer hilft der Bevölkerung jedes Jahr bei Naturkatastrophen, nicht unweit unserer Grenzen rumort es gewaltig - und die Reaktion unserer Politiker ist es, die einzige Institution des Staates, deren Aufgabe der Schutz vor diesen Bedrohungen ist, systematisch auszuhungern.
Seien wir daher froh, dass unsere Soldaten sich mangels Rückhalt nicht einfach so aus der Affäre ziehen. Grund genug dazu hätten sie nämlich schon lange!

Alexander-Philipp Lintenhofer,
1140 Wien

Rücktritt von Spindelegger ist verständlich

Michael Spindelegger ist wirklich einsam geworden, da hat Reinhard Göweil völlig recht. Daher ist sein Abtreten von der politischen Bühne verständlich.

Ing. Karl Heiden,
per E-Mail

Vor dem Rücktritt noch Aufgaben

Anstatt zurückzutreten, hätte Dr. Michael Spindelegger den menschengemachten "Klimawandel" in Angriff nehmen können, der das Bruttonationalprodukt erheblich schmälert, wie sich aktuell branchenübergreifend zeigt. Damit hätte er den Konflikt um die Verteilungsgerechtigkeit entschärfen und in den Hintergrund rücken können.

Wilhelm Pavicsits,
7212 Forchtenstein