Kritik an mangelnden Literaturkenntnissen

Die Zentralmatura wird das Niveau nicht noch weiter senken, als es ohnehin schon ist. Mangelnde Literaturkenntnis sollte man nicht den Maturanten und Migranten vorwerfen, sondern so manchen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen.
Der Bundeskanzler hat keinen Uni-Abschluss, der Gewerkschafts-Präsident auch nicht, und der Infrastruktur-Minister auch nicht. Interessant, dass es sich bei den meisten um Männer handelt, da die gläserne Decke für Frauen vor allem in den Regierungsparteien schwer zu durchbrechen ist. Von Literaturkenntnissen dieser Personen ganz zu schweigen.
Warum investiert der Staat nicht in mehr kostenlose Kunst- und Kultureinrichtungen höchster Qualität? Warum kann man sich Qualität auch an der Staatsoper nicht mehr leisten? Und wo sind die Arbeiter-Bildungsvereine der 1920er Jahre?

Sabine Moser,
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Zum Artikel von Martyna Czarnowska, 9. Oktober
Wahl der Kandidaten für die EU-Kommission

Es sieht so aus, als hätten die Abgeordneten an Alenka Bratusek ihr Mütchen gekühlt. An den Kandidaten kleiner Länder lassen sich Exempel eben leichter statuieren als bei den EU-Schwergewichten. Warum Bratusek abgelehnt wird, aber gleichzeitig ein eindeutig positionierter, ideologisch vorgeprägter Ex-Lobbyist wie Lord Hill mit ein bisschen Gemurre durchgewunken wird, ist doch eigentlich erklärungsbedürftig. Das ist so, als ob man einen Ex-Waffenhändler plötzlich mit Friedensinitiativen beauftragt. Man hat den Eindruck, der Kandidat soll für die City of London in der EU nach dem Rechten sehen. Und das wird er auch machen. Die Banken haben von dieser Kommission nichts zu befürchten.

Peter Hochegger,
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Zukunft der Kommission verknüpft mit Juncker

Nachdem über die Kommission als Ganzes abgestimmt wird, kann man einzelne Kommissare in Wahrheit gar nicht abschießen.
Hier wird die Bevölkerung wie bei der EU-Wahl, wo man der Bevölkerung einreden wollte, dass sie über den Kommissionspräsidenten bestimmt, was ausschließlich den Regierungschefs obliegt, etwas vorgegaukelt.
Fällt die Kommission als Ganzes durch, dann könnte auch Jean-Claude Juncker Geschichte sein, was vor allem für Deutschland, welches massive Vorbehalte gegen Juncker hat und dessen Kommissar ein Orchideenressort bekam, wohl freuen dürfte. Somit geht es nicht nur um Alenka Bratusek und ob die Liberalen entsprechend dem Stimmengewicht in der Kommission vertreten sind, sondern auch um den Kopf von Juncker.

Mag. Robert Cvrkal,
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Zum Artikel von Brigitte Pechar, 7. Oktober
Aufgeblähter Spitalswelt gehen die Ärzte aus

Österreich hat die höchste Dichte an Spitalsbetten. Wir sind Weltmeister im Krankenhausliegen. Statt des permanent geforderten Abbaus von Betten erleben wir genau das Gegenteil. Das Mistelbacher Krankenhaus, Stammhaus des warnenden Primararztes, kann als Musterbeispiel für die künstliche Aufblähung unserer Spitalswelt gesehen werden. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde dort die Zahl der Ärzte versechsfacht!
Aufgrund der jetzt beschlossenen Verkürzung der Ärztearbeitszeit muss in ganz Österreich mit einem Mangel an Krankenhausärzten gerechnet werden. Nun rächt sich das Fehlverhalten der Landespolitiker und Sozialversicherer. Jahrzehnte hindurch haben sie den Hausärzten eine Schlüsselrolle in unserem Gesundheitssystem verwehrt und sind an der Schaffung einer sinnvollen Zugangsbarriere für Ambulanzbesuche kläglich gescheitert.

Dr. Wolfgang Geppert,
Sprecher des Österreichischen Hausärzteverbandes