Zum Artikel von Tobias Käufer, 10. Oktober
Stellungnahme des Botschafters von Mexiko

Die mexikanische Regierung verurteilt die jüngsten tragischen Ereignisse in der Stadt Iguala, über welche Sie in Ihrer Zeitung berichtet haben, aufs Schärfste. Als Vertreter meines Landes lehne ich diese entsetzlichen und empörenden Vorfälle ab.
Unter solchen Umständen darf es keine Straffreiheit geben. Die Bundesregierung hat die Aufgabe der Wahrung der öffentlichen Sicherheit übernommen und unterstützt die Ermittlungen. Neben den 22 anfänglich Verhafteten wurden weitere vier Personen festgenommen. Sämtliche Waffen der lokalen Polizeikräfte wurden beschlagnahmt und werden ballistisch untersuch; 117 Sicherheitsbeamte werden einem Prüfungsverfahren unterzogen.
Mein Land arbeitet daran, den Rechtsstaat zu stärken und die Gewalt zu verringern. Maßnahmen zur Vermeidung, zum Schutz, zur Bestrafung und zur Umgestaltung werden mit einem ganzheitlichen Ansatz getroffen. Angesichts dieser großen Herausforderung gibt es positive Zeichen. Im vergangenen Jahr sind Schwerverbrechen wie Mord um 15 Prozent und Entführung um 9 Prozent zurückgegangen.
Die inakzeptablen Vorfälle, die sich kürzlich ereignet haben, empören die mexikanische Gesellschaft. Sie verstärken das Bemühen der Regierung, ein friedliches Mexiko zu schaffen.

Luis Alfonso De Alba,
Botschafter von Mexiko in Österreich

Zum Kommentar von Bernd Vasari, 11. Oktober
Religiöse Gastfreundschaft steht im Vordergrund

Die Kategoriale Seelsorge (KtS) der Erzdiözese Wien hat diesen Raum von der ÖBB angemietet. Andere Glaubensgemeinschaften waren anfänglich ebenfalls interessiert, dabei zu sein, sind den Schritt aber dann doch nicht gegangen. Die KtS kommt damit der Überlegung von Papst Franziskus nach, insbesondere in der Stadt neue Wege zu finden, Menschen zu begegnen. Was seit der Eröffnung am Freitag auch sehr stark von den Menschen angenommen wurde. Deshalb ist auch eine eigene Pastoralassistentin von 7 bis 20 Uhr vor Ort, um dem Seelsorge-Angebot von Interessierten mit den anderen Fachbereichen der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien nachzukommen (www.kategoriale-seelsorge.at). Die Kapelle steht für wöchentliche Andachten, Heilige Messen, Gebet und Stille sowie für diverse Veranstaltungen offen. Im Sinne der Ökumene gab und gibt es selbstverständlich Einladungen zur Nutzungen des "Raums der Stille" an andere gesetzlich anerkannte Kirchen, Religionsgemeinschaften und kirchennahe Organisationen. Für alle anderen Institutionen gilt eine religiöse Gastfreundschaft. Und ja, die KtS behält sich vor, darüber zu entscheiden, was in dem von ihr gemieteten Raum stattfinden wird. Aber daran ist nichts kryptisch, sondern das ist eigentlich normaler Hausverstand. Unter www.raumderstille-hbf.at findet man das jeweils aktuelle Programm, das nichts und niemanden ausschließen wird, wer an positiven Begegnungen mit Menschen interessiert ist und gegen keine Gesetze und Verbote verstößt.

Mag. Christoph Pongratz,
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien

Ein Gedenkraum für alle Konfessionen

Herzlichen Dank für den pointierten Beitrag zur Einbindung eines Gedenkraumes der katholischen Kirche in den eröffneten "Shopping-Bereich". Dass es auch besser gehen kann, wird im Ordensspital Speising gezeigt und angewandt. Dort wurde ein Gedenkraum "aller Konfessionen" errichtet. Da ich diesen, im Rahmen der Genesungsfortschritte bei meiner Hüftoperation, selbst aufsuchte, war ich sehr überrascht, ein derartiges Zeichen angewandter Toleranz "Andersgläubigen" gegenüber in einem katholischen Spital zu finden.
Bei Interesse können Sie diesen sicherlich auch als "Nichtpatient" einmal aufsuchen. So gesehen, wäre es beim neuen Bahnhof auch anders gegangen.

Ing. Bernhard Kramer,
1090 Wien