Parteienstreit wegen Gesamtschule oder Gymnasium

Parteiideologien ruinieren langsam unser Schulsystem. In Wirklichkeit gehen beide zielstrebig in die Richtung weg von der Allgemeinbildung, hin zum Fachidioten - als ob es Aufgabe der Schule wäre, Berufsfitness zu lehren. Die AHS, das (vielleicht noch) letzte Bollwerk der Allgemeinbildung, wird systematisch abgewrackt. Altgriechisch liegt ohnehin in unseren Schulen bereits im Sterben, Latein leidet zumindest vorerst gerade noch an massiver Altersschwäche, auch hier ist das Sterben absehbar. Niemand bekennt sich noch dazu, dass man mit den "alten Sprachen" wertvolles Rüstzeug zum Erlernen und Verstehen moderner Sprachen erwirbt - ganz zu schweigen vom Verständnis der eigenen Muttersprache. Nun geht es auch der klassischen deutschen Literatur im Lehrplan an den Kragen.
Quo vadis, Austria? Sollen die Menschen nur mehr Fachidioten und der Handymania total ausgeliefert sein? Traurige Aussichten!

Günter Braun,
1020 Wien

Zum Artikel von Christina Böck, 29. Oktober
Spott der Kabarettisten trifft auf tierischen Ernst

Keine Beleidigung, nicht Schimpf und Schande oder eine Verleumdung löst so viel Empörung aus, wie zum Gespött gemacht zu werden. Schon in der Schule kann ein Kind nicht härter getroffen werden, als wenn es bloßgestellt und von der ganzen Klasse verspottet wird. Daran ändert sich auch bei Erwachsenen nichts. Betrifft es dann auch noch das, was einem heilig ist, nehmen die Reaktionen bedrohliche Ausmaße an. Kabarett zielt auf die mit dem tierischen Ernst, die nichts so wenig können, wie über sich selbst zu lachen.

Christine Preyer,
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Einhaltung der Grenzen des Geschmacks und der Pietät

Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob es in unserer von der Unterhaltungsindustrie verblödeten Gesellschaft unbedingt notwendig ist, über alles und jeden ungestraft öffentlich blödeln zu dürfen. Meiner Meinung nach sollten schon die Grenzen des Geschmacks und der Pietät eingehalten werden.
Es gibt Milliarden Menschen, die nehmen das Thema Religion sehr ernst, egal ob es sich nun um Christen, Muslime, Buddhisten oder sonstige handelt. Außerdem fördern solcherart untergriffige Bemerkungen nur das Gruppendenken und führen zu einer Radikalisierung der angegriffenen. Ein guter Kabarettist führt eine feinere Klinge als diese Comedy-Kasperln.

Thomas Richter,
per E-Mail

Zur Glosse von Robert Sedlaczek, 29. Oktober
Weiß ist keine einheitliche Farbe, es gibt viele Varianten

Schwarz ist immer schwarz, aber von Weiß gibt eine Unzahl von Varianten. Und sie sind nie gleich. Eine weiße Autolackierung auszubessern ist deshalb eine sehr schwierige Aufgabe. Stehen weiße Autos nebeneinander, sieht man bald, dass sie eigentlich hellgelb, hellblau, hellgrau sind. Sehr hell zwar, aber unübersehbar.

Håkan Lundén,
per E-Mail