In der Kindererziehung ist Gewalt niemals eine Option

Als Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche in Österreich machen uns genauso wie die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien die jüngst in der Tageszeitung "Die Presse" veröffentlichten Kommentare und Artikel, die Gewalt an Kindern verharmlosen und befürworten, betroffen und fassungslos.

Zum einen behauptet Oliver Pink am 18. 11. 2014 im Kommentar "Das Strafrecht wird’s schon richten", dass Gewalt in der Erziehung in Anlassfällen notwendig sei. Dieser Ansatz gipfelte im Artikel "Wer Strafe nicht vollzieht, wird unglaubwürdig" von Wolfgang Greber am 30. 11. 2014, bei dessen Argumenten man sich zu viele Jahrzehnte zurückversetzt fühlt.

Eigentlich sollte es im Jahr 2014, 25 Jahre nach Inkrafttreten der UNO-Kinderrechtskonvention und 25 Jahre nach dem Beschluss des Gesetzes zum absoluten Gewaltverbot in der Kindererziehung, nicht mehr notwendig sein, Redakteure eines der führenden Medien darauf hinzuweisen, auf welch gefährliches Parkett sie sich mit solchen Artikeln bewegen. Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, dass über Gewalt an Kindern nicht diskutiert werden darf, das muss ihnen offenbar erst erklärt werden. Dass Herr Greber von seinem eigenen Kind schreibt, macht die Sache nicht besser - im Gegenteil. Wir befürworten, dass sich die Presse immerhin von diesen zweifelhaften Inhalten distanziert hat.

Es muss ein für alle Mal festgehalten werden: Es gibt niemals eine Rechtfertigung für Gewalt an Kindern! Kinderrechte existieren mit gutem Grund und müssen berücksichtigt werden, für Eltern gibt es dabei keine Ausnahme. Auch sie verfügen über keinen Freifahrtsschein im Umgang mit ihren Kindern. Es herrscht das Gewaltverbot in der Erziehung und das erlaubt keine Körperstrafen, niemals, weder Formen der Züchtigung, die keine äußerlichen Spuren hinterlassen, noch geringe Dosen in sogenannten Ausnahmefällen.

Gewalt an Kindern hinterlässt immer Spuren und ist keine Erziehungs-Option. Kinder haben EIN RECHT auf gewaltfreie Erziehung!

Auch JournalistInnen müssen sich in solchen Fragen ihrer Verantwortung bewusst sein und proaktiv gegen Gewalt an Kindern eintreten, sie nicht verharmlosen und schon auf keinen Fall - wie jetzt geschehen - gutheißen!

David Neuber, Laura Schoch,
Johanna Tradinik, Jim Lefebre - Vorsitzteam der Bundesjugendvertretung

Anm. d. "WZ"-Redaktion: "Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak hat sich am Montag öffentlich von diesem Artikel distanziert und sein Erscheinen glaubwürdig als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt.

Zum Leitartikel von Reinhard
Göweil, 22. November

Wem gehört die Loyalität
der Volksvertreter?

Die wahren Feinde liegen tatsächlich im eigenen Bett und man weiß nicht mehr, wessen Interessen viele Politiker tatsächlich vertreten. Sind sie Agenten der EU, Statthalter der Finanzmärkte oder gar Bevollmächtigte der Wall Street?

Sie wären gut beraten, nach dem Grundsatz "act local, think global" in dieser Prioritätenreihung zu agieren.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien