Das politische Geschick von ÖBB-Chef Christian Kern

Noch ein Nachgedanke zu der wirklich kontraproduktiven Aussage von Nationalratspräsidentin Doris Bures, Christian Kern hätte keine politische Eignung vorzuweisen: Es war und ist der Generaldirektor Kern, der die denkwürdige Ausstellung der ÖBB "Verdrängte Jahre" in Brüssel initiiert hat und voll dahintersteht.

Es ist seinem politischen Geschick zu verdanken, dass die ÖBB aus sich heraus diesen Schritt gewagt und den grauenhaften Beigeschmack ihrer Geschichte ("Räder müssen rollen für den Sieg") somit endlich aufgearbeitet haben. Es bedarf politischen Fingerspitzengefühls, um das in die Wege zu leiten. Und diesem Mann will Nationalratspräsidentin Bures die politische Reife und Eignung absprechen?

Peter E. Drechsler,
6900 Bregenz

Zum Artikel von Bettina Figl, 20. Dezember

Forschungsfinanzierung durch die US-Airforce

Der Artikel bedarf einiger grundsätzlicher Ergänzungen: Obwohl von 30 in dieser Weise finanzierten Projekten die Rede ist, wird ausschließlich auf ein Projekt der Universität für Bodenkultur Wien fokussiert. Die Boku hat in den vergangenen Monaten genau zu diesem Thema eine inhaltsreiche interne Diskussion geführt, die in einem von allen Leitungsgremien der Boku - Senat, Universitätsrat und Rektorat - verabschiedeten Passus im neuen Entwicklungsplan 2015 mündete, der zwar zitiert, aber leider nicht richtig wiedergegeben wird. Hier der korrekte Wortlaut: "Die Boku sieht sich als Universität des Lebens und der Nachhaltigkeit besonders in der Pflicht, ethische Fragen, die sich aus der Forschung selbst oder der Zusammenarbeit mit Geldgebern und Kooperationspartnern ergeben, zu bedenken. Dabei setzt sie auf einen internen Diskurs in den Departments sowie Department-übergreifend, der von der Ethikplattform unterstützt werden kann - ohne dabei das Grundrecht auf Freiheit der Forschung einzuschränken. Ziel der an der Boku betriebenen Forschung ist die Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft. Forschungsprojekte für militärische Stellen zur Unterstützung kriegerischer Auseinandersetzungen liegen nicht im Fokus der Boku."