Kritiker des Islamismus sind keine Islamfeinde

Deutsche Journalisten und Politiker geben vor, sie wollten "deeskalierend" wirken. Ist dem so? Ich kann nur davor warnen, eine immer größer werdende Gruppe von Menschen pauschal mit einem aggressiven Neologismus wie "Islamfeinde" anzugehen. "Feind" ist Kriegsvokabular. Wenn diese Terminologie deeskalierende Wirkung haben soll, dann sind Al-Kaida und IS Rauschgoldengel.
Jeder Antisemit geht als "Israelkritiker" durch, nur wenn es um den Islam geht, vergisst man das Wort "Kritiker" schnell und übernimmt die islamistische Einteilung von Freund und Feind. Wer nicht für den Islam ist, muss gegen ihn sein. Dabei wissen auch deutsche Journalisten, was "Feinde des Islam" erwartet. Wenn schon die deutschen Kafire jeden Islamkritiker regelmäßig als "Islamfeind" brandmarken, was müssen dann die Radikalsten unter den Muslimen zwangsläufig schlussfolgern, wie mit diesen gebrandmarkten "Feinden des Islam" zu verfahren ist?

Walter Sagl,
per E-Mail

Zum Artikel von Birgit Svensson, 13. Jänner
Umstrittene Politiker ebenfalls beim Trauermarsch in Paris

Gestern hat Recep Tayyip Erdogan den Opfern die Schuld an den Morden gegeben, dann lässt der seinen "Nachfolger" nach Paris reisen und den Betroffenen spielen. Und schwups ist der dann bei Angela Merkel, beschwert sich über Pegida und mahnt die EU-Mitgliedschaft an.
Für die Türkei und die anderen Despoten war es eine Schauveranstaltung. Die in den Knästen dieser Länder einsitzenden Journalisten werden über diese Aktionen säuerlich lachen. Die, die die Pressefreiheit mit Füßen treten, demonstrierten in Frankreich mit. Das ist ihre verlogene Welt.
Wenn es in ihren Ländern demokratisch zugehen würde, brauchten sie sich keine Gedanken zu machen. Millionen Europäer haben bewiesen, das es möglich ist, friedlich zu demonstrieren, ohne dass geschossen, geknüppelt, verhaftet wird.
So ist das System des Westens das friedlichere. Für die Despoten war es das berühmte "Eigentor".

Dirk Kwiatkowski,
per E-Mail

Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 13. Jänner
Einigkeit des Westens gegen die Dschihadisten

Die Vorfälle in Paris bewegen allgemein. Die einen halten die Pegida-Bewegung für eine angemessene Reaktion, deren Gegner rufen zum Widerstand gegen Pegida auf. Es macht nur Sinn, wenn beide Seiten Angst und Misstrauen überwinden und sich zur Gründung einer gemeinsamen Diskussionsplattform entschließen.
Solange Dschihadisten westliche Wertvorstellungen bedrohen, darf es zu keiner Meinungsspaltung kommen.

Anton Padua,
5351 Aigen