Familie - Verdrehung oder Verweigerung der Realität

"Der Normalfall, dass Vater, Mutter und Kind eine Familie bilden, entspreche einfach nicht mehr der Realität." Diesen haarsträubenden Unsinn liest man in der Parlamentskorrespondenz vom 5. Februar im Bericht über Äußerungen einer grünen Bundesrätin zum Fortpflanzungsmedizingesetz. Hier wird die Realität verdreht oder verweigert.
Laut Familien und Haushaltsstatistik der Statistik Austria lebten 2012 (je nach Alter) 67 bis 77 Prozent der Kinder in Ehepaarhaushalten und 25 bis 7 Prozent in Lebensgemeinschaftshaushalten, also lebten etwa 85 bis 90 Prozent in der Situation "Vater, Mutter, Kind". Der Anteil der Stief- oder Patchworkfamilien an den Familien mit Kindern unter 15 Jahren betrug 8 Prozent (Familien- und Haushaltsstatistik, Seite 66). Also ist der Fall "Vater, Mutter Kind" für die weitaus meisten österreichischen Kinder die Realität. Auch wenn man daraus keine Norm ableiten darf, ist das wohl auch nach statistischen Regeln der "Normalfall".

Mag. Wolfgang Rank,
2880 Kirchberg am Wechsel

Zum Artikel vom 10. Februar
Wahrscheinlichkeiten bei Schrödingers Katze

Danke für den interessanten Beitrag, in den sich leider ein Fehler eingeschlichen hat beziehungsweise der von einer übernommenen Version übrig geblieben ist. In dem "Katzenkäfig" darf als auslösendes Element nur ein einziges radioaktives Atom enthalten sein. Nur dann steht die Überlebenschance für die Katze 50:50. Wären zwei Atome enthalten, so wäre ja die Wahrscheinlichkeit eines Zerfalles doppelt so hoch wie der Nicht-Zerfall, die Katze hätte also nur 33 Prozent Überlebenschance. Bei 100 Atomen nur mehr 1 Prozent. Es können also bei einer größeren Zahl beteiligter quantenphysikalischer Zustände nur mehr statistische Aussagen getroffen werden. Das erklärt auch, warum die Wirklichkeit so funktioniert, wie wir sie kennen! Die Anzahl der an einem realen Objekt beteiligten atomaren Prozesse ist so hoch, dass eben nur der wahrscheinlichste Gesamtzustand Realität ist!

Dr. Dieter Donhoffer,
2345 Brunn am Gebirge

Konflikt um Werke von Thomas Bernhard

Warum wird der letzte Wille Thomas Bernhards einfach ignoriert? Da der größte Autor unseres Landes in seinem Testamt ein Aufführungsverbot seiner Stücke in Österreich verfügte, sollte man dies auch berücksichtigen. Jahrelang wurde er als Nestbeschmutzer von der Politik und den Medien angeschwärzt, weil er dem Land einen Spiegel vors Gesicht hielt und Verlogenheit, Bigotterie und Heuchelei unserer Gesellschaft offenlegte. Er war einer der Ersten, der die Kruste der Verlogenheit aufbrach, die sich um die Rolle Österreichs im Dritten Reich bildete. Der Suhrkamp-Verlag hat recht, wenn er Aufführungen in Österreich untersagt.

Thomas Richter,
per E-Mail