Panikmache vor der Krankheit Alzheimer

Die Überhäufung mit Filmen zum Thema Alzheimer nimmt allmählich unerträgliche Ausmaße an. Das zuletzt so hochgejubelte Machwerk "Still Alice", in dem leider die schauspielerische Leistung im Vordergrund steht, thematisiert sowohl die Diagnose als auch das Fortschreiten der Krankheit laut und aufdringlich auf eine Weise, die man mit den Worten "wie sich das der kleine Moritz vorstellt" wohl am besten beschreiben kann.
Aus langjähriger Erfahrung mit meiner an Alzheimer erkrankten Mutter und aus berührenden Begegnungen mit Patienten und Pflegepersonal in dem Heim, in dem sie schließlich verstorben ist, weiß ich, dass es die unterschiedlichsten Maßnahmen gibt, um die Angst der Angehörigen und Betroffenen vor dem Umgang mit der Krankheit, wenn nicht gänzlich zu beseitigen, so doch zu mildern. Den Kritikern, die die Darstellung dieser Erkrankung derart hochjubeln, und den Menschen, die sich durch einen Film wie diesen schockieren lassen, empfehle ich, in einem der vielen Demenzpflegeheime auf sich wirken zu lassen, wie ein Leben mit Alzheimer tatsächlich aussieht.

Dorothea Nahler,
1130 Wien

Zum Artikel von Brigitte Pechar, 14. März
Kompromissfähigkeit bei der Steuerreform

Die Inszenierung des Showdowns zur Steuerreform ist zeitgerecht gelungen, war doch Finanzminister Hans Jörg Schelling gewissermaßen Garant hiefür. Zudem bewiesen die Großkoalitionäre, Politik ist die Kunst, von den einen das Geld und von den anderen bald bei den Landtagswahlen die Stimmen zu erhalten. Und beides unter dem Vorwand, quasi die einen vor den anderen schützen zu wollen. Auf jeden Fall hat die große Koalition Kompromissfähigkeit gezeigt. Diesen Aufwind sollten SPÖ und ÖVP nutzen, um weitere Baustellen, wie zum Beispiel die überfällige Bildungsreform, eine ausreichende Forschungsförderung oder eine weiterführende Verwaltungsreform, zu bearbeiten. Keine Frage, fürs erste wurde der Wirtschaft Geld entzogen, durch den gewünschten steigenden Inlandskonsum sollte das Geld aber zurückfließen.

Wilma Kropf,
per E-Mail

Zum Gastkommentar von Lea Six, 13. März
Unsoziale Belastungen durch die Steuerreform

Die größten Staatsmänner aller Zeiten haben die größte Steuerreform der Republik geboren! Nur, wer soll ihnen noch glauben, wenn nicht einmal die fast überall auf der Welt vorhandene und akzeptierten Erbschafts- und Schenkungssteuer wieder eingeführt, dafür aber zum Beispiel Kulturkonsum verteuert wird?
Eine Urabstimmung in der SPÖ wäre spannend, und ich weiß, was ich ankreuzen würde.

Peter Weichselbaum,
per E-Mail

Gewissheit erst nach Inkrafttreten der Reform

In Häppchen beginnt nun die Regierung, ihre Steuerreform uns als Wohltat zu verkaufen, was schon ein Etikettenschwindel ist, weil sie uns (widerwillig) etwas (teilweise) zurückerstattet, was sie uns durch die kalte Progression in den Vorjahren unrechtmäßig abgenommen hat.
Wer glaubt, jubeln zu müssen, wer zu weinen hat, und wie die tatsächliche Lage für den Einzelnen sein wird, wird man erst wissen, wenn der "große Plan" in Gesetzeslettern gegossen ist.

Jürgen Jauch,
4040 Linz