In der Konsumwelt auf der Suche nach dem Germ

Ich bin als Einkäufer ganz gut orientiert, sozusagen in meiner Persönlichkeitsentwicklung zum Konsumtrottel erfolgreich konditioniert worden. Als ich zehn Jahre alt war, eröffnete der erste IFA-Markt in meinem Geburtsort. Alle modernen Menschen strömten hin und kauften im "Selbstbedienungssupermarkt" die Packung Semmeln im Plastiknetz. Zehn IFA-Semmeln kosteten so viel wie bei den drei örtlichen Bäckern jeweils eine Semmel. Seither verfolgen mich täglich Lockangebote.
Den Germ für Muttern fand ich nie. Den finde ich auch heute noch nicht, immer muss ich fragen, wo er sich wieder versteckt. Nach glaubhafter Abklärung, dass ich keinen Trockengerm aus der Backpulverabteilung möchte, sondern den eingekühlten Germ, machen sich die Lehrlinge auf die Suche. Jüngst fanden wir ihn neben den Heringsmarinaden.
Und noch ein Begehr an die großen Ketten: Ich wohne am Marktplatz und finde dort kein Lebensmittelgeschäft mehr. Sie sind alle in die Blechbaracken am Grüngürtel gezogen und helfen somit, die Autoindustrie und den Straßenbau anzukurbeln. Es wird mir immer schwieriger gemacht, zu einem Germ zu kommen.

Fritz Baumgartner,
4222 St. Georgen/Gusen

Zum Artikel von Christina Böck, 20. März
Wie leicht sich die Leute hereinlegen lassen

Günter Jauch und andere hatten sich getäuscht, der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hatte nur einen Ouzo bestellt und nicht den Stinkefinger gezeigt.
Wie leicht Leute auf einen Fake hereinfallen. Da ist mir eine Ausstrahlung von "Kottan ermittelt" in Erinnerung. In einer Anlehnung an eine legendäre Radiosendung von Orson Wells wurde bei "Kottan ermittelt" als Gag eine Laufschrift eingeblendet: "Unbekannte Flugobjekte bei Duisburg gelandet. Sondersendung nach diesem Beitrag..." Dies sorgte in den deutschen Landen für Aufregung und brachte das Telefonnetz beinahe zum Erlahmen.

Peter Jürß,
1160 Wien

Proteste gegen die georgische Regierung

Ich kann die Sicht der Demonstranten in Tiflis absolut verstehen. Ich bin seit Jahren in Russland und Georgien unterwegs, beobachte die Situation genau und bin gerade erst aus Georgien zurückgekehrt. Es war sicher nicht alles gut unter Michail Saakaschwili, aber die Fortschritte unter seiner Regierung waren absolut beindruckend. Und vieles, was über Saakaschwili an Negativem berichtet wird, beruht schlicht auf russischer Propaganda. Seit dem Regierungswechsel ist jedenfalls tatsächlich Stillstand in Georgien zu beobachten. Man kann nur hoffen, dass es zu einem erneuten Regierungswechsel kommt.

Prof. Dr. Ulrich Martin,
per E-Mail