Zum Artikel vom 28. März
Blinde Heldenverehrung hält Realität nicht stand

Es gab und gibt viele Berufe, in denen die Männer und Frauen, die ihn ausüben, eine besondere, manchmal außergewöhnliche Belastung und eine enorme Verantwortung tragen. Fragwürdig war es schon, daraus dann jeweils ein bestimmtes Heldentum zu entwickeln und so hochzustilisieren, dass daraus "Helden" und "Idole" unserer Zeit wurden. Denn als die ersten Idole von ihren Podesten gestürzt wurden, wurde allen bewusst, dass der Beruf mit den Klischees, die sie umgaben, wahrlich nichts zu tun hatte. Vielleicht überlegen wir öfter, wen wir zu Helden und Idolen erheben, bevor uns die Wirklichkeit leider meist brutal vor Augen führt, wo wir wieder einmal geirrt haben!

Friedrich E. Starp,
3003 Gablitz

Zum Leitartikel von Walter Hämmerle, 27. März
Totale Sicherheit ist nicht machbar

Endlich Gedanken anlässlich dieses Unglücks, die über Schuldzuweisungen und Vermutungen hinausgehen! Danke, Herr Hämmerle! Ja, Sicherheit ist eine Illusion. Das Streben nach Sicherheit basiert auf Angst, um deren Ursachen auszuschalten. Das Gleiche liegt auch dem Selbstmord zugrunde. Er ist die Flucht aus diesem unausweichlich gefährlichen Leben. Es gibt kein sicheres Leben und das ist gut so. Sonst wäre es nicht nur langweilig, sondern in elementaren Dingen auch sinn- und wertlos. Darum sollten wir uns keines Menschen sicher sein, auch nicht unser selbst.
Wer hätte sich noch nie gefragt: "Wie konnte ich nur...?"

Christine Preyer,
per E-Mail

Die Arbeit der OSZE in der Ostukraine

In der Ukraine herrscht eine angespannte Ruhe. Britische sowie US-amerikanische Instruktoren bilden die ukrainische Armee aus, westliche Waffenlieferungen sind in Planung und die prorussischen Aufständischen tauschen in der Ostukraine die Truppen aus. Ferner braucht die Ukraine zig Milliarden Euro um die Europareife zu erlangen.
Der Einsatz der OSZE in der Ostukraine hält die Hypothese aufrecht, die Mechanismen der nach Ende des Kalten Kriegs etablierten gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur seien noch intakt und nicht durch die verdeckte Kampfführung Russlands zerstört worden.
Die OSZE kann weder die Grenze zu Russland noch Truppenbewegungen in der Tiefe des russisch kontrollierten Raums in der Ostukraine überwachen. Auch kommen weiterhin russische Hilfslieferungen für die hungernde Bevölkerung oder vielleicht auch Waffenlieferungen für die prorussischen Aufständischen unkontrolliert von Russland in die Ukraine. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand für einen souveränen Staat.
Grundsätzlich hält die Waffenruhe bis auf ein paar Scharmützel. Die ukrainische Armee und die prorussischen Separatisten warfen sich Ende März 2015 gegenseitig mehrere Angriffe vor. Beobachter der OSZE bestätigten einzelne Kämpfe in der Nähe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol. Russland braucht einen Landweg zur Halbinsel Krim.

Kurt Gärtner,
4600 Wels