Zum Gastkommentar von Isolde Charim, 16. Mai
Gesellschaft der Angst ist politisch gefährlich

Leben wir in einer Gesellschaft der Angst? - © Foto: fotolia / alphaspirit
Leben wir in einer Gesellschaft der Angst? - © Foto: fotolia / alphaspirit

Monothematische Erklärungen sind ja eine alte Versuchung von Intellektuellen. Nach "Spätkapitalismus" dann 1986 "Risikogesellschaft", "Erlebnisgesellschaft", "Wissensgesellschaft", "Kommunikationsgesellschaft", Multioptionsgesellschaft" nun also "Gesellschaft der Angst". Alle haben einen wahren Kern, wir bräuchten aber eine Integration dieser (einseitigen) Analysen.
Hinzu kommt, dass all die derzeit gängigen Untergangs- und Angstanalysen politisch natürlich sehr gefährlich sind. Denn wer könnte denn dem Einzelnen seine Angst nehmen, falsche Entscheidungen zu treffen?

Eugen Spannocchi,
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Die Wirtschaft lebt von der Angstmacherei

Was mich am meisten ärgert, sind die vielen Ängste, die nur gemacht werden, um sie zu bewirtschaften.

Fritz Nussböck,
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Zum Artikel von Clemens Neuhold und Matthias Nagl, 16. Mai
Flüchtlingspolitik muss solidarischer werden

Zeltstädte sind eine Schande für eines der reichsten Länder der Welt. Was ich aber nicht verstehe: Zurzeit gibt es die EU-Regelung, dass Flüchtlinge im Erstland der EU versorgt werden müssen. Österreich ist von EU-Ländern umgeben, also betreten die Flüchtlinge nicht in Österreich zum ersten Mal EU-Boden, müssten also nicht hier versorgt werden. Was läuft hier falsch? Oder kommen diese Flüchtlinge alle aus der Luft?
Umso dringender ist es, die Flüchtlingspolitik EU-weit solidarischer und gerechter zu machen, und der von der EU-Kommission empfohlene Verteilungsschlüssel ist ein guter Ansatz und diskussionswürdig. Und natürlich muss das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer beendet werden - aber auch im asiatischen Raum.

Thomas Jurnitschek,
per E-Mail

Zeltstädte in Österreich sind provisorisch

Die Errichtung von Zeltstädten für Flüchtlinge signalisiert aus zwei Gründen den provisorischen Charakter dieser Maßnahme:
1. Österreich hat in Relation zu den anderen Mitgliedsstaaten der EU überproportional viele Flüchtlinge aufgenommen; gehen wir davon aus, dass die EU eine Solidargemeinschaft darstellt, sind die säumigen Staaten an der Reihe, Flüchtlinge aufzunehmen.
2. Gehen wir auch davon aus, dass Flüchtlinge grundsätzlich bereit sind und beabsichtigen, wieder in ihre Heimat zurückzukehren, um dort am Wiederaufbau ihres Landes teilzunehmen.

Dipl.-Ing. Wolfgang Pelikan,
per E-Mail

Abschaffung der Matura für echte Bildungspolitik

Angesichts der Debatten um die Zentralmatura schlage ich vor, auf diesen "Initiationsritus" (Matura zentral oder nicht) gänzlich zu verzichten. Wer die 12. beziehungsweise 13. Schulstufe positiv abgeschlossen hat, sollte "reif" genug sein. Nebeneffekt: Der Staat könnte die Millionen, die derzeit ins Messen, Testen, Prüfen, Evaluieren, Vergleichen fließen, in eine Bildungspolitik investieren, die diesen Namen auch verdient.

Magda Novak,
per E-Mail