Umfassende Bildung für Österreichs Kinder

Soziale Kompetenz lernen Kinder von Vorbildern . - © Foto: fotolia/Kzenon
Soziale Kompetenz lernen Kinder von Vorbildern . - © Foto: fotolia/Kzenon

In Österreich gibt es viele Schüler mit Lese- und Schreibschwäche, das kann durch ein besseres Sprachtraining im Kindergarten und durch Üben wettgemacht werden. Neben den schulischen Leistungen müsste aber auch die Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Bildungsexperten warnen, dass unser Schulsystem den Kindern nicht das Rüstzeug für ein erfolgreiches Leben mitgibt. Denn nicht nur Mathematik und Deutsch seien wichtig, sondern auch gutes Benehmen und Charakterstärken wie moralische Urteilsfähigkeit, der Umgang mit Erfolg und Niederlage, Selbstdisziplin und soziale Kompetenz.
Neben den Kindergartenpädagogen und Lehrern sind die Eltern wesentlich für die Persönlichkeitsbildung verantwortlich. Persönlichkeitsbildend wirken Werte, Regeln, Traditionen, Normen, Ideale und die Weltanschauung. Kinder lernen davon, was sie in ihrem Lebensraum wahrnehmen, sei es gut oder schlecht. Deshalb spielt das Vorbild der Eltern eine große Rolle bei der Persönlichkeits- und Schulbildung.

Kurt Gärtner,
4600 Wels

Zum Artikel vom 19. Mai
Zentralmatura zerstört Kompetenzenvielfalt

Noch nie hat die Politik bei Prüfungen aller Art so sehr ins Geschehen eingegriffen wie bei der heurigen standardisierten, kompetenzorientierten Zentralmatura. Nach der Pannenserie der Vergangenheit war der saubere operative Ablauf keine Selbstverständlichkeit. Irrsinn ist aber, dass dem Streben nach Gleichheit und Vergleichbarkeit alles untergeordnet wird! Was in jahrzehntelanger Entwicklung eigener Schulprofile mühsam aufgebaut wurde, wird dem Zentralisierungs- und Standardisierungswahn geopfert. Über all die unterschiedlichen Profile, Anlagen und Ausrichtungen wird ein Zentraldeckel gestülpt, der die Individualität, die Kreativität, kritisches Denken und die Freiheit des Schaffens zerstört und der aufgrund der vorliegenden Vielfalt lediglich auf Mindeststandards reduziert sein kann. Vernetztes Wissen auf konkreter inhaltlicher Basis wird durch das Abchecken einzelner, separater Kompetenzen ersetzt, weil dies in vorgegebenen Rastern und Formaten "leichter" überprüfbar ist. Das führt unweigerlich dazu, dass kaum noch Inhalte abseits dieser Schablonen im Unterricht Platz finden.

Mag. Christian Höfner
4813 Altmünster

Der Wert der Matura muss höher werden

Die Matura ist nach wie vor ein meist positives Agens für Schüler und Lehrer. Doch entscheidend ist nicht die Maturaprüfung selber, sondern die echte Werthaltigkeit der vorangegangenen Schuljahre. Diese gilt es zu optimieren, denn auch die Matura hat bereits dramatisch an Wert verloren. Einzelne Fachhochschulen sind bereits dazu übergegangen, die Maturazeugnisse überhaupt zu ignorieren und Aufnahmewerber einem mehrstufigen Testverfahren zu unterziehen.

Prof. Ernst Smole,
1080 Wien