Ausspionieren der Zahlungsflüsse

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz beklagt zu Recht das Ausspionieren österreichischer Einrichtungen durch Geheimdienste wie BND und NSA. Andererseits scheinen die Grünen bereit zu sein, Kontenöffnungen bei Banken durch Beamte ohne richterlichen Auftrag zuzustimmen. Da fehlt mir das Verständnis.
Es könnte allerdings sein, dass die Meinung vorherrscht, österreichische Beamte sollen auch das wissen, was NSA und andere Geheimdienste durch das Ausspionieren der Zahlungsflüsse ohnedies schon wissen. Das scheint mir einleuchtend.
Nach der Zusammenfassung der Zahlungsflüsse über Swift und den mit damit verbundenen Auswertungsmöglichkeiten durch Geheimdienste, Abschaffung der Bankgeheimnisse, zentralem Kontoregister, Einschau durch Beamte in Kontobewegungen sowie vielleicht noch einer kommenden Abschaffung des Bargelds haben wir den völlig nackten Menschen.

Peter Jürß,
1160 Wien

Zur Kolumne von Christian Ortner, 23. Mai
Gleichgültigkeit bei Verlust der bürgerlichen Rechte

Es geht tatsächlich um eine zunehmend vertrottelte Gesellschaft und um unsere libertäre Grundrechte. Denn die Gefahr, dass in einer bargeldlosen Gesellschaft eines Tages jemand ohne Gegenwehr einen zentralen Knopf drückt und unsere Konten halbiert mit der Aussage "notwendige Maßnahme", wird dadurch wahrscheinlicher.
Nur, es ist den meisten Heile-Welt-TV-Sendungen-Konsumenten im Augenblick ziemlich wurscht.

Andre Leers,
per E-Mail

Überwachung aller Finanztransaktionen

Der von der Regierung gewählte Zeitpunkt der Information rund um die Nebeneffekte der Steuerreform geht neben Themen wie ESC-Hype und Flüchtlingskatastrophe komplett unter. Obwohl genau das alle betrifft und nachhaltig ist. In den skandinavischen Ländern ist das Leben ohne Bargeld bereits gelebte Realität, da es kaum noch Bankfilialen gibt. Der Faktor Online, der dann ins Spiel kommt, bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass alle Transaktionen bei Bedarf auch überwacht werden können.
Wo ich jedoch widersprechen muss, ist die Gleichgültigkeit: Es gibt viele Menschen, die diese Problematik erkennen und sich dagegen wehren. Verwechseln Sie bitte nicht die veröffentlichte Meinung mit der öffentlichen Meinung. Die veröffentlichte Meinung filtert Meldungen vorab.

Zoe Sommer,
per E-Mail

Zum Gastkommentar von Stefan Haderer, 20. Mai
Eindämmungspolitik der EU in der Balkankrise

Ich bin sehr angenehm überrascht, es gibt doch noch Zeitungen und Journalisten die ganz normalen Fragen stellen und normale Antworten suchen. Jeder Artikel in dieser Klarheit ist eine kleine Befreiung.

Ivan Melicher,
per E-Mail