Die Zeit gut nutzen statt Stress erleiden

Kinder wollen oft mehr Zeit, nicht mehr Freizeitgestaltung. - © Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Kinder wollen oft mehr Zeit, nicht mehr Freizeitgestaltung. - © Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Rüdiger Safranski machte in seiner großartigen Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele deutlich, dass die Zeitnot, die Zeitverknappung kein Naturgesetz ist, sondern etwas Selbstgemachtes ist, beziehungsweise als politischer Machtfaktor zu sehen ist. Mal werden Rückzahlungsfristen verlängert, dann wieder nicht. Mal muss mehr Wachstum erzeugt werden, dann wieder gibt es das Lob auf die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit.
Zeit-Kulturen stoßen aufeinander. Zeitdruck wurde Normalität. Klagen über Stress ebenso, stressbedingte Arbeitsausfälle werden in Kauf genommen.
Das Zeitdiktat gilt auch in der Freizeit, zumindest wird es gern als unausweichlich akzeptiert und ihm Folge geleistet. Das Freizeitprogramm sollte möglichst dicht sein, die Angst, etwas zu versäumen, korrespondiert damit.
Zeit ist generell ein unerschöpfliches Thema, individuell aber keineswegs. Bloß immer mehr "Dalli, dalli", Zeit-Peitschen sozusagen zu fordern oder sich selbst aufzuerlegen, ist sicher nicht zukunftsweisend.

Karl Brunner,
9020 Klagenfurt

Zum Artikel von Marina Delcheva, 28. Juli
Der Faktor Arbeit und seine Entlohnung

Alleine das Zitat "Ein einfacher Arbeiter verdient, inflationsbereinigt, heute um 14 Prozent weniger als 1998, wie ein Rechnungshofbericht zeigt" sollte als Denkanstoß reichen. Der Faktor Arbeit und dessen Entlohnung sind im Moment sehr weit davon entfernt, als fair bezeichnet zu werden.
Warum daher die Menschen kritisieren, die im Moment ohne Erwerbstätigkeit sind und nicht den Fokus auf die Personengruppe zu lenken, die einen größeren Beitrag zum sozialen Frieden beitragen könnten?

Thomas Klementschitz,
per E-Mail

Deutsch für Ausländer, ja oder nein?

Lange Zeit habe ich daran geglaubt, dass es für Menschen, wenn sie in Österreich leben wollen, am wichtigsten ist, die deutsche Sprache in Wort und Schrift gut zu beherrschen.
Neuerdings bin ich mir da nicht mehr so sicher, dass diese Fähigkeit ihr Leben wirklich glücklicher macht. Hin und wieder stoße ich nämlich, eher unabsichtlich, auf Facebookseiten von derzeit hoch im Kurs stehenden Politikern und lese deren Texte und einige der Kommentare zu diesen Texten.
Und wenn ich über das, was dort zu lesen ist, nachdenke, komme ich mehr und mehr zu der Ansicht, dass man Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen, nicht zumuten kann, solche Texte lesen zu können.

Gottfried Stögner,
4600 Thalheim bei Wels