Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 1956

Eine syrische Familie wird nach einer Kontrolle im ÖBB-Zug in Györ aus dem Zug gebracht. - © Foto: apa/Christina Schwaha
Eine syrische Familie wird nach einer Kontrolle im ÖBB-Zug in Györ aus dem Zug gebracht. - © Foto: apa/Christina Schwaha

Noch heute erinnere ich mich an 1956, wie die Meldungen über den Einmarsch der russischen Panzer in Budapest über das Radio durch die Welt ätherten. Mein älterer Bruder war gerade beim Bundesheer und wurde in den Osten des Landes versetzt. Niemand hatte Angst, keiner bangte um seinen Besitz oder seine Arbeit, kaum wer ahnte, was dann folgte. Hunderttausende Ungarn kamen über die frei gehaltenen Grenzen in den freien Westen, alle wurden sie willkommen geheißen, Fluchthelfer waren damals Helden.
1968 wiederholte sich das Drama nach dem Einmarsch der Russen in die Tschechoslowakei, wieder stand ganz Österreich den Flüchtenden bei.
Es erfüllt mich diese Erinnerung mit Trauer, wenn ich verfolge, wie die Politruks in Ungarn und der Slowakei heute mit Flüchtenden verfahren. Ich gestehe, auch Wut ist dabei - und vor allem viel Unverständnis.

Dr. Bernd Gallolb,
per E-Mail

Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 29. August
Flucht als Folge der Weltwirtschaft

Es ist das Werk der westlichen Welt. Es ist scheinheilig, so zu tun, als ob die Situation nicht vorhersehbar gewesen sei.
Die globalen Unternehmen beuten die Menschen und Rohstoffe der Kontinente aus, kaufen große Flächen in afrikanischen Ländern auf, um Rosenzucht zu betreiben, schicken die billigen Hühnerteile nach Afrika und ruinieren den landwirtschaftlichen Markt. Im arabischen Raum werden Kriege durch massive Waffenlieferungen und Bombardierungen noch befeuert und im Anschluss wird sich gewundert, warum die Menschen vor Europa stehen, dem einzigen Kontinent in ihrer Nähe, in dem Frieden herrscht. Simply: It’s all about business. Schlussfolgerung: die Änderung des Wirtschaftsdenkens und des Wirtschaftssystems. Das aktuelle ist, wie tagtäglich zu sehen, gescheitert.

Zoe Sommer,
per E-Mail

Flüchtlingsdrama schockiert Europa

Ein paar Tage Betroffenheit und dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über. Zäune, Stacheldraht, Mauern, Polizei, Militär gegen wehr- und hilflose Kriegsflüchtlinge. So schaut’s aus!

Adolf Platzer,
per E-Mail

Zum Artikel vom 29. August
Gemeinsame Asyl-Regeln in Europa

Wenn die EU einheitlich gehandhabte menschliche Spielregeln, die für die Mitgliedsländer und die Herkunftsländer, aber auch für alle Flüchtlinge gelten, festlegt, bekanntmacht und anwendet, dann kann das zur Beruhigung beitragen.

Hans Georg Thali,
per E-Mail