Die Banken geben ein populäres Feindbild ab

Politiker gefallen sich neuerdings gerne im "Banken-Bashing". Man setzt zum Beispiel irgendwelche außerordentlichen Kosten (wie derzeit aktuell die der Migrationsproblematik) in Relation zu den Kosten von speziellen Bankensanierungen wie etwa der Hypo Alpe Adria oder - noch schlimmer - indirekten Bankenstützungen wie der "Griechenland-Sanierung" und verniedlicht so die anderen außerordentlichen finanziellen Belastungen des Staatssäckels.

Die Folge ist der systematische Aufbau eines allgemeinen "Feindbilds Banken" in der Öffentlichkeit. Abgesehen davon, dass die meisten Banken hier ungerecht beurteilt werden, entsteht leider ein gefährliches Bild: Banken sind nun einmal ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftslebens, und ohne sie würde dieses nicht funktionieren.

Politiker, die aus rein populistischen Überlegungen ein solches Feindbild schüren - und es sind nicht nur, wenn auch mehrheitlich, die "Linken" -, handeln hier unverantwortlich!

Günter Braun,

1020 Wien

Zum Artikel von Bernhard
Baumgartner, 19. September

Die Pressefreiheit galt
nicht für alle Medien

Sie schreiben über die Pressefreiheit in Österreich zwar recht umfassend, dennoch unterliegen Sie der Sicht der Print-Journalisten. Doch wahre Pressefreiheit sollte alle Medien betreffen, also auch den Film. Bereits, als nach einem revolutionären Akt 1918 der Kaiser gestürzt wurde, hat man in Österreich die Pressefreiheit verkündet. Als dann nach Meinung einiger rechtskatholischer Kreise zu viele schlüpfrige Filme in Österreich (Stichwort Saturn-Film) produziert wurden, revidierte man diese Meinung - man habe nur die gedruckte Presse gemeint - und führte gleich wieder die Filmzensur ein.

Die Abwicklung der Hypo Alpe Adria wird noch viele Milliarden Euro kosten - deshalb sind aber nicht alle Banken per se böse. - © apa/B. Gindl
Die Abwicklung der Hypo Alpe Adria wird noch viele Milliarden Euro kosten - deshalb sind aber nicht alle Banken per se böse. - © apa/B. Gindl

Diese wurde in Vorarlberg auch nach dem Zweiten Weltkrieg besonders arg betrieben, und sogar in Wien geförderte und prädikatisierte Filme (zum Beispiel "Obszön - der Fall Peter Herzl") wurden in Vorarlberg verboten. Erst 2007 wurde die Filmzensur auch im Ländle abgeschafft! Allerdings soll einmal in der Ersten Republik ein rechtslastiger Luis-Trenker-Film im Roten Wien auch zensuriert worden sein. Also so perfekt war die Pressefreiheit nie!

Dr. Norbert Fink,

per E-Mail

Zur Kolumne von Isolde Charim, 19. September

Deutschland bestimmt den Kurs in der Flüchtlingskrise

Mit einem Kurswechsel hat die Schließung der deutschen Grenze überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil, Deutschland hat mit dieser Maßnahme in dieses Chaos eine Struktur gebracht, die auch uns in Österreich, so wie es momentan aussieht, Erleichterung verschafft.

Man kann den Flüchtlingsstrom nicht sich selbst überlassen, sondern muss ihn leiten, um nicht selbst im Chaos versinken. Was wir beobachten durften, war ein Deutschland, wie ich es mir wünsche. Eine starke Nation, darauf bedacht, Menschen zu helfen und sich nicht den Problemen unserer Zeit zu verschließen und damit andere Nationen im Stich lassen. Ein starkes Deutschland, aufgebaut auf humanitären Grundsätzen. Europa, was willst du mehr.

Wenn Deutschland jetzt auch noch daranginge, den Süden Europas wirtschaftlich zu stärken, könnte man über dieses Land nur noch staunen.

Thomas Richter,

per E-Mail