Zwiespältiges Saudi-Arabien

Die islamische Glaubensgemeinschaft in Saudi-Arabien wurde schon immer von strenggläubigen Sunniten, den Wahhabiten, beherrscht. Viele Saudis sind der Meinung, dass nicht nur die Umgebung der Heiligen Stätten, sondern ganz Saudi-Arabien geheiligtes Land sei. Saudi-Arabien hat etwa sieben Millionen Fremdarbeiter, nimmt aber keine syrischen und irakischen Flüchtlinge auf.
Untersucht man die Gemeinsamkeiten zwischen Saudi-Arabien und dem IS, dann fällt auf, dass sich beide den Wahhabiten zugehörig fühlen. Der IS bezieht sich auf Islamauslegungen, die in Saudi-Arabien an islamischen Universitäten gelehrt werden. Die wahhabitische Missionstätigkeit schürt religiöse Konflikte dort, wo ethnische, sozioökonomische und politische Konflikte schon vorhanden sind. Sie hat zumindest die Entstehung und die Bildung des IS erleichtert.

Kurt Gärtner,
4600 Wels

Niessl fordert härtere Asylpolitik

Landeshauptmann Hans Niessl sollte sich eine neue politische Heimat suchen, denn die Sozialdemokratie dürfte ihm zu eng geworden sein. Sein Kurswechsel sieht einfach so aus, dass er Aktionen anderer Länder nachahmen möchte und für eine Kontingentierung der Flüchtlinge eintritt. Dass wir in Österreich so hohe Arbeitslosenzahlen haben, liegt daran, dass Geschäftemacher ihre Firmen über Nacht dichtmachen und 2500 Leute auf die Straße setzten. Auch der Wohnraummangel, mit dem er argumentiert, ist Populismus. Allein in Wien stehen 30.000 Wohnungen leer, die nicht vermietet werden, um die Mietpreise in die Höhe zu treiben. Dagegen sollte ein Sozialdemokrat aufstehen und nicht gegen Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Thomas Richter,
per E-Mail

Glosse von Robert Sedlaczek, 2. Dezember
Missverständnis zu Hammer und Sichel

Ich finde es gut, wenn Sie sich Gedanken über meine politischen Äußerungen machen und darüber einen Kommentar schreiben. Weniger gut finde ich es, wenn Sie mich falsch zitieren, nicht exakt recherchieren, unrichtige Wiedergaben aus dem Boulevard übernehmen und mir Unwissenheit unterstellen, ohne mit mir überhaupt nur ein Wort geredet zu haben. Faktizität sollte doch das Mindestmaß der journalistischen Qualität darstellen. Also stellen Sie bitte richtig:
1. Ich habe definitiv nicht den Ersatz des Bundesadlers durch ein Kreuz gefordert, sondern bin der Ansicht, dass ein Kreuz aus kulturellen Überlegungen im Parlament seinen Platz haben könnte. Das ist in meinen Äußerungen klar nachzulesen, belegbar und freilich eine Diskussion wert - gerade jetzt, wo wir über Leitkultur und Werte debattieren.
2. Meine Kenntnis über die Entstehung des Wappens und dessen kontroversielle Geschichte ist mindestens so gut wie die Ihre und auch die hervorragende Arbeit von Peter Diem ist mir natürlich bekannt.
3. Die Symbole in den Fängen des Adlers sind historisch belastet, auch wenn die Öffentlichkeit das zu einem großen Teil anders sieht.
Überspitzte Debatten auf Twitter im offiziellen Print-Organ der Republik Österreich aufzugreifen ist mindestens ebenso kontroversiell zu beurteilen wie die Debatte auf Twitter selbst.

Dr. Marcus Franz,
Abgeordneter zum Nationalrat
ÖVP-Parlamentsklub