Die überfällige Bildungsreform

Der Facebook-Gründer und jüngste Selfmade-Milliardär Mark Zuckerberg machte mit seinem Versprechen, 99 Prozent seines Facebook-Aktienvermögens zu spenden, wieder einmal auf sich aufmerksam. Unbedingt erwähnenswert erscheint mir, dass sein Hauptinteresse der Ausbildung und Gesundheit der Jugend gilt. Profiteur seiner Entscheidung ist weiters die Silicon Valley Community Foundation, wo er vor allem Projekte im Bildungs- und Gesundheitswesen unterstützt.

Wann kommen unsere zum Teil mäßig motivierten Politiker endlich in die Gänge? Bis heute plagen sich Lehrer und Professoren durch das veraltete Bildungssystem und leiden sicher unter der Erkenntnis, dass sie viel mehr für unsere Kinder tun könnten. Mit der Fülle an Jugendlichen mit Migrationshintergrund herrscht dringender Handlungsbedarf. Der Ansatz, Kinder nach ihren Begabungen und Interessen zu fördern, ist nicht neu, aber notwendig, denn die Anforderungen der Unternehmen weltweit sind eben differenzierter, komplexer als noch vor 20 Jahren.

Hoffen wir also weiterhin, dass es noch unter der aktuellen Regierung zu einer großen, den Umständen angepassten Bildungsreform kommen wird, denn längst suchen große Unternehmen händeringend nach gut ausgebildeten jungen Menschen.

Ingrid Dorner,

8642 St. Lorenzen/Mürztal

Zum Artikel von Petra Tempfer, 8. Oktober

Schusswaffen für Polizisten in Freizeit

Ich sehe zwei Ebenen: Die eine ist das latente Risiko, dass Polizeibeamte quasi fortwährend im Dienst stehen und nun auch angehalten werden, in der Freizeit ihre Waffe zu führen. Welche Verantwortung trifft diese Personen, wenn es zu einem Verbrechen kommt, dass womöglich durch Waffengewalt unterbunden hätte werden können, die Waffe jedoch just an diesem Tag in der Freizeit nicht "am Mann" war?

Die andere Ebene ist, inwiefern man Waffenbesitz und das Führen von Waffen einschränken will. Meine Position ist, dass unbescholtene österreichische Staatsbürger auf österreichischem Staatsgebiet Waffen besitzen und nach eigenem Ermessen auch führen dürfen sollen. Eignungstests und verpflichtende Ausbildungen machen dabei durchaus Sinn. Oder polemisch: Waffen in der Gesellschaft sind nicht das Primärrisiko. Dieses ergibt sich daraus, wer die Waffe führt.