Die Sehnsucht des Pädagogen

Bildung und Wissenschaft werden einem materiellen Bestreben untergeordnet, das Ziel, nicht aber Sinn sein kann. Kultur und damit Schule sind aber untrennbar mit einem solchen verbunden. Strukturfixierte Normativität suggeriert seither Sicherheit in einer Welt im Umbruch. Die Lehrer - als Akademiker Vordenker dieses Landes - wissen dies und korrodieren am inneren Widerspruch; die Eltern ringen mit eigenen Existenzängsten und Zukunftsängsten um ihre Kinder; die wiederum laufen Gefahr, zwischen institutionalisierter und persönlicher Unsicherheit zerrieben zu werden. Reformen müssen wieder vom Antrieb getragen sein, zu einer besseren Welt beizutragen. Kann man dies vom neuen Bildungspaket erwarten?

Gerade die Freiheit der Bildung erweist, dass es um mehr als um Reformen geht - nämlich um einen gemeinsamen Weg in die Zukunft. Schule muss wieder Freude machen, Gestaltungsräume eröffnen. Dort, wo Träume leben können, wird sich jenes Paradoxon einstellen, dass man mit einem Minimum an finanziellem Aufwand nicht nur die bestmöglichen Ergebnisse erreicht, sondern jeden Erwartungshorizont zu überschreiten beginnt.

Dr. Karl Pangerl,

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Zum Artikel vom 11. Oktober

Projekt "Integratives Wundmanagement"

Im Artikel "Es fehlt an sozialen Innovationen" heißt es u.a.: "Die Wiener Gebietskrankenkasse, das Krankenhaus Göttlicher Heiland und die Wiener Ärztekammer haben in einem Gemeinschaftsprojekt Patienten ein umfassendes Wundmanagement angeboten... Nach zwei Jahren musste das Projekt trotz Erfolges beendet werden, weil keine Folgefinanzierung gefunden wurde." Diese Darstellung entspricht nicht den Fakten und greift viel zu kurz.

Das Projekt "Integratives Wundmanagement" hatte zum Ziel, die Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden zu verbessern - und zwar durch eine qualitätsgesicherte und abgestimmte Betreuung aller Beteiligten. Die begleitende, sehr ausführliche Evaluation brachte leider zwei Schwachpunkte zum Vorschein: Erstens wurden von niedergelassenen Ärzten in den zwei Projektjahren nur 318 Patienten an die Wundambulanz zugewiesen. Dieser Wert lag deutlich unter den Erwartungen. Insgesamt wurden 900 Patienten im Projekt budgetiert.

Zweitens war vorgesehen, dass die Wundambulanz eine Abklärung und Therapieempfehlung mit den Patienten vornimmt - und danach eine Fortsetzung der Wundversorgung im niedergelassenen Bereich stattfindet. Eine entsprechende Auswertung zeigte allerdings, dass offenbar lediglich 41 Prozent der Betroffenen im niedergelassenen Bereich weiterbehandelt wurden. Erfahrungen und Berichten von Patienten der Wundambulanz des Krankenhauses Göttlicher Heiland zufolge, wurden die Verbandswechsel häufig ausschließlich dort durchgeführt. Das Ziel eines sektorenübergreifenden Wundmanagements mit funktionierender Schnittstelle zwischen dem spitalsambulanten und niedergelassenen Bereich wurde daher leider nur in Teilbereichen erfüllt.

Ingrid Reischl,

Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse

Zum Gastkommentar von Erhard Fürst, 18. Oktober

Desinteresse an syrischer Tragödie

Auch ich vermisse schon lange einen Aufschrei und Protest und Demonstrationen gegen dieses grauenhafte Morden - egal, wer die Schuldigen sind.

Dr. Christina Vossoughi,

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