Donald Trump hat den Nerv der Wähler getroffen

Donald Trump hat entgegen allen Prognosen die Wahl gewonnen. Er, der Populist, der Polterer, der politisch Unerfahrene, hat mit seiner inhaltlosen Brachialrhetorik die erlauchten Kreise schockiert, aber den Nerv jener Wähler getroffen, die die Schnauze voll haben von Politikern, denen ihre Wähler fremd sind. Von Parteien, die veränderungsresistent sind, von Eigen- und Lobbyisteninteressen gesteuert werden und dabei auf ihre Wähler vergessen.

Ob und wie Trump seine Ankündigungen umsetzen wird, wird sich zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass er clever genug ist, Lösungen für die Probleme nicht nur der USA, sondern auch für die uns alle betreffende Außenpolitik, die Wirtschaft und die Umwelt zu finden. Dann kann es ihm gelingen, nicht nur die Hoffnungen frustrierter Protestwähler, sondern vieler Menschen zu erfüllen und beweisen, dass er ein Präsident für alle sein kann.

Mag. Kurt Grünwald,

8753 Fohnsdorf

Zum Artikel von Konstanze Walther, 10. November

Die Persönlichkeit Donald Trump

Trump ist die personifizierte Profanisierung der USA: In Hollywood wird hauptsächlich das Comicuniversum von Marvel verfilmt, auflagenstärkster Schriftsteller ist Stephen King. Es war einfach auch mal Zeit, in der Politik nachzuziehen: Alles zurückschrauben auf Sitcomniveau.

Tom Haider,

per E-Mail

Zum Artikel von Walter Hämmerle, 10. November

Medienkritik nach US-Wahl

Die Analyse ist haarscharf und ein guter Anfang für Veränderungen. Es bieten sich aus meiner Sicht für "etablierte Medien" mindestens fünf Schritte an.

Erstens: Mehr Themen aufgreifen, die Menschen echt betreffen und keine seitenlangen Berichte über kleinkarierte Streitereien über Mindestsicherung und Co. Die Suche nach der Realität ist ja schließlich eine journalistische Kernaufgabe.

Zweitens: Genau recherchieren und nicht nur im Internet googeln oder die Stimmung in sozialen Medien widergeben. Interviews wieder Face-to-Face durchführen oder per Telefon und nicht reine Mail-Interviews machen, bei denen Journalisten kaum Möglichkeit haben, einzuhaken und ausweichende Antworten zu hinterfragen.

Drittens: Präziser formulieren und unverständliche Wortungetüme vermeiden. Es ist unglaublich, welche nebulösen Kaskaden manchmal auf Leser losgelassen werden. Sich hier auf schwammige Formulierungen der Gesprächspartner auszureden, zieht nicht.

Viertens: Sprachlich viel sorgfältiger vorgehen und den Deutungsrahmen hinterfragen, der mit Worten mittransportiert wird.

Fünftens: Bei der Präsentation der recherchierten Inhalte neue kreative Wege gehen, mehr Zeit und Gehirnschmalz in die Visualisierung investieren und alle Möglichkeiten der digitalen Medien nutzen. Mir ist völlig klar, dass Medieninhaber die dafür notwenigen Ressourcen zur Verfügung stellen müssen und dass momentan ganz genau das Gegenteil passiert: Eine Redaktion nach der anderen wird personell ausgedünnt oder gar zugesperrt. Wenn wir es zulassen, dass Fakten nicht mehr zählen, enden wir als Gesellschaft tatsächlich im falschen Leben.

Lydia Ninz,

per E-Mail