Zur Kolumne von Walter Hämmerle, 23. November

Das Engagement der Zivilgesellschaft

Warum ich noch immer daran glaube, dass "ausgerechnet Österreich wider alle Erwartungen noch immer die Chance hat, die Welt zu retten": Es gibt in diesem Land eine erstarkende Zivilgesellschaft, die sich mehr oder weniger an (teils zeitgenössichen) Intellektuellen orientiert.

Um nur einige zu nennen: zum Beispiel den Autor Robert Menasse, der nicht nur kritisch die Lage der Nation analysiert, sondern auch sehr schön demonstriert, was es hieße, als Österreicher wahrhaft europäisch zu denken - und zu handeln; oder Sir Karl R. Popper; und, last not least, die österreichische Wissenschafterin des Jahres 2002, Renée Schroeder, die meint: "Wir können nicht erwarten, dass sich die Evolution um das Überleben der Menschen kümmern wird. Wenn wir dies wollen, müssen wir es schon selber tun."

Erforschungen, ob und warum die Politik genau das Gegenteil von dem tut, was die Intellektuellen fordern, ist Zeitverschwendung. Nutzen wir die Zeit, um uns zu engagieren - "Engagez-vous!", wie Stéphane Hessel meint.

Ilse Kleinschuster,

1020 Wien

Europa könnte seine Schutzmacht verlieren

Der künftige US-Präsident Donald Trump forderte im Wahlkampf ein größeres europäisches Engagement in der Nato, weil die USA ihre Ausgaben zurückfahren wollen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mahnte Trump, zur Bündnistreue und Kommissionschef Jean-Claude Juncker verlangte reflexartig den Aufbau einer EU-Armee. Ein europäisches Heer setzt aber eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik voraus, die nicht vorhanden ist. Negative Beispiele dafür: kein Schutz der Außengrenze und die zwiespältige Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Laut dem Lissabon-Vertrag ist keine EU-Armee vorgesehen. Die Verteidigung Europas könnte auf nationalen Streitkräften aufbauen, deren militärische Fähigkeiten erweitert und besser aufeinander abgestimmt würden als bisher. Realistisch ist eine europäische Armee, die aus nationalen Kontingenten besteht und in der Ländervertreter (zum Beispiel Kontingentskommandanten) ein Mitspracherecht bei Führungsentscheidungen haben.

Oberst i.R. Kurt Gärtner,

4600 Wels

Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 15. November

Ein Leitartikel, der genau ins Schwarze getroffen hat

Dieser ausgezeichnete, bemerkenswerte Artikel trifft ins Schwarze, genau auf den Punkt: Es wäre furchtbar, wenn wir einen Bundespräsidenten wie Norbert Hofer und seinen freiheitlichen Anhang bekämen. Ich habe mir den großartigen Artikel ausgeschnitten und möchte Freunde und einige meiner wankelmütigen Bekannten diese Zeilen lesen lassen.

Wolfgang Hahnl,

1140 Wien