Klassenkampf um Bauernrabatt

Da wurde jetzt ein halbes Jahr lang gerangelt, ob Rabatt oder ob Stundung, ob Körndlbauern auch oder ob nur die Milchbauern: Geforderte 180 Millionen Euro für die Bauern, weil der Frost die Knospen killte, weil 1 Liter Milch bloß 27 Cent bringt und weil die Hausbank nicht ohne Rückzahlungsraten durch die Bauern leben kann. Geworden sind es jetzt 90 Millionen Euro für die Bauern und ein roter Extrahunderter für alle Pensionisten.

Mit einer unkausalen Grenzziehung querfeldein durch die Einheitswerte zahlen 80 Prozent der Landwirte einmalig für ein Vierteljahr lang keine Beiträge. Das restliche Fünftel des Berufsstands hat zu zahlen, weil es der Klassenkampfreflex zwischen SP und VP so will. Finanziert wird das Ganze völlig unverfroren aus den Rücklagen der Bauernkrankenkasse, also zum Großteil von der betroffenen Klientel selber von der einen leeren Hosentasche in die andere. Kein Hindenken, dass unsere Bauern einen gerechten auf Kalkulation basierenden Produzentenpreis bekommen sollen. Nein, die Sozialsysteme werden niedergefahren.

Fritz Baumgartner,

4222 St. Georgen/Gusen

Zum Artikel von Alexander Dworzak, 23. November

Ungleiche Verteilung des Vermögens

Dieser Artikel ist ein Grund, warum ich die "Wiener Zeitung" abonniert habe. Diese "Weltunordnung" gekoppelt mit 25-jährigen intensiven Regime-Change-Versuchen des "Westens" sind der Grund für das Elend der "universalistischen Werte". Doppelmoral, wohin man blickt. Der Westen hat nicht einen Bruchteil der versprochenen Kosten für die Flüchtlinge in Syrien oder den Lagern in Libanon bezahlt. Dafür hat die EU eines der härtesten Sanktionsregimes gegen Syrien seit 2011 durchgesetzt. Das betrifft zum Beispiel Medizin für Kinder! Aber Hauptsache, das obere ein Prozent fühlt sich wohl.

Peter Wandaller,

per E-Mail

Eine bessere Zukunft für Europa und die Welt

Europa - innen in seinen Widersprüchen überlagert von schrillen Parolen, außen umgeben von torkelnden Weltmächten, die sich ihrer Größe in Selbstbeschwörung und Maßlosigkeit vergewissern. Wirtschaft ist Brücke, Austausch, Dialog zwischen Menschen und Kulturen. Die Zukunft liegt nicht in den Kathedralen des Freihandels oder in der digitalen Welt - die ist nur Mittel zum Zweck im Rahmen der Grenzen, die man ihr setzt. Sie liegt in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den Beschlüssen von Paris und Marrakesch und jener Gemeinschaft, die sich dort herauszubilden begonnen hat. Sie liegt in den Fragen, die die Menschen sich und einander stellen. Und sie liegt darin, wie man in Wahrheit leben kann.

Dr. Karl Pangerl,

4840 Vöcklabruck

Lob für die Kritik

Nach vor langer Zeit "FAZ" und kurzzeitig "Die Zeit", lese ich nun schon einige Jahren die Onlineseite der "Wiener Zeitung". Und wenn sie bleibt, wie sie ist, ziehen mich keine zehn Pferde hier wieder weg. Anders als in hiesigen deutschen Medien, richten Sie sich nicht nach dem Wind aus, sondern denken noch anders und vor allen Dingen selber. Besonders die Leitartikel stechen so aus dem Einerlei heraus. Ansonsten gefällt mir die kritische Sichtweise, die kein Blatt vor den Mund nimmt und die Probleme beim Namen nennt. In Deutschland ist das inzwischen undenkbar.

Jörg Thormann,

per E-Mail