Neujahrskonzert und
Frieden

So was Schönes! Auch das ist der Mensch! Diese Zartheit des Pausenfilms - fein, subtil, kulturell! Frauenhände setzen Blumen ein, bis ein großer roter Violinschlüssel den Park erstrahlt. Mit Pinzette wird der grüne Edelstein von Meisterhand in den Fingerring eingesetzt und mit einem Pinsel poliert. Ein junger Steinmetz restauriert auf den Höhen des Stephansdoms mit seinem Meißel im Rhythmus des Dreivierteltakts unter dem sympathischen Smile des jungen Dirigenten aus Venezuela. Die Blicke der Tänzerinnen und der Tänzer, Signale von tief empfundener Menschlichkeit. Musik als Sprache des Friedens und der Herzenswärme über die ganze Welt!

Überwinden wir nach zwei Weltkriegen, nach Vietnam, nach Afghanistan, nach Jugoslawien, nach dem Irakkrieg, nach Aleppo, endlich die grauslichen atavistischen, primitiven Schichten in unseren Gehirnen! Schließen wir die Waffenfabriken, über die ganze Welt! Werden wir endlich
Menschen!

Fritz Baumgartner,
4222 St. Georgen/Gusen

Zum Leitartikel von Reinhard
Göweil, 29. Dezember

Veränderungsbedarf
des sozialen Systems

Demzufolge sollten Fragen nach gerechter Verteilung von notwendiger Arbeit und dem Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen formuliert werden. Wollen wir eine Sozialpolitik, die aus Erwerbs(arbeits)losen durch die Einführung des "Bedingungslosen Grundeinkommens" Menschen macht, die friedlich miteinander leben? Im bestehenden Wirtschaftssystem wird das nicht möglich sein, daher brauchen wir neue Regeln, um die Verteilung von Geld und Arbeit besser zu steuern. Ich glaube, "Sinnvolle Maßnahmen" in Bezug auf gemeinwohlorientierte Lösungen wären durch die Einführung eines "Bedingungslosen Grundeinkommens" eher herbeizuführen.

Soziale Kompetenzen sind die beste Voraussetzung für soziale Innovationen. Wenn aber weiterhin der Wechsel zwischen Unselbständigkeit und Selbständigkeit in Österreich strukturell erschwert wird, wird’s wohl nix! Es sind einkommenslose Menschen nicht gleichzustellen mit "Arbeitslosen" - erst, wenn wir diesen Gedanken zu Ende gedacht haben, werden wir über den Sinn eines Grundeinkommens anders denken!

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail

Globale Umsetzung
einer Grundsicherung

Die Gesellschaft ändert sich nicht aus sich heraus, sondern wird bewusst durch gesellschaftspolitische Maßnahmen in eine bestimmte Richtung gedrängt, was einen gewaltigen Unterschied darstellt. Die Problemzonen, wie die notwendige Arbeitszeitverkürzung, werden von der Politik zwar teilweise erkannt und thematisiert, aber nicht gelöst, wobei es zweifelhaft ist, ob Österreich diesen Schritt im Alleingang und ohne internationale Abstimmung realisieren kann. Solange der Zuzug von Arbeitskräften stärker steigt als die Zahl der Arbeitsplätze, wird sich das Beschäftigungsproblem verschärfen. Auch die Grundsicherung wird nicht funktionieren, solange sie nicht global umgesetzt wird, denn die internationale Gravitationswirkung wird die Sozialsysteme der Länder, die das eingeführt haben, zerstören.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien