Zum Artikel von Mathias Ziegler, 30. Mai

Farbentragende Verbindungen und die katholische Kirche

Der Artikel war ausgesprochen fein recherchiert, ohne dabei auf die längst zur Folklore mutierten Stereotypen zu vergessen. MKV (Mittelschülerkartellverband) und ÖCV (Österreichischer Cartellverband) waren immer ein Spiegelbild der Gesellschaft - personell und inhaltlich. Die gesellschaftspolitische Relevanz dieser Verbände lässt sich nun mal nicht linear an der Anzahl der korporierten ÖVP-Minister in der Bundesregierung ablesen.

Wenn Kardinal Schönborn den vermeintlich zurückgehenden politischen Einfluss der beiden Verbände begrüßt, weil dadurch der Blick auf die eigene Identität gestärkt wird, dann muss aber die Frage erlaubt sein, welche Identität soll es denn nun bitte konkret sein? Die Schwierigkeit vieler ÖCVer und MKVer mit der Kirche - also einem zentralen Prinzip der Verbände - rührt eben genau aus dieser Beliebigkeit und Identitätslosigkeit der katholischen Kirche. Vor lauter Sorge um fremde Positionen sollte man nicht die "Identität" der eigenen Gläubigen vernachlässigen.

Dr. Johannes Schönner,

3400 Klosterneuburg

Zum Tod von
Alois Mock

Ein guter Mensch ist von uns gegangen. Er war nicht nur mit Leib und Seele Politiker und ein Fachmann auf dem Gebiet der Außenpolitik, er hatte auch ein offenes Ohr für Anliegen seiner Mitarbeiter. Jeder, vom Botschafter bis zum Amtsdiener, konnte bei ihm Beschwerden, Wünsche und Anliegen vorbringen. Jetzt hat sein Leiden ein Ende gefunden. Lebe wohl, Herr Bundesminister!

RgR Ernst Wiedermann,

per E-Mail

Zum Interview von Sabine Ertl,
1. Juni

Staatliche Propaganda
in Putins Russland

Dass manche Russen durch die Staatspropaganda glauben, die Nato könnte gegen Russland den Dritten Weltkrieg lostreten, halte ich persönlich nicht für so abwegig. Welchen Zweck hat die Nato heute? Außer Russland auf die Pelle zu rücken, sehe ich in der Nato keinen tieferen Sinn.

Marcus Lang,

per E-Mail

Afghanische Flüchtlinge wurden abgeschoben

Die "Wiener Zeitung" stellt in ihrer Ausgabe vom 1. Juni drei Mal einen Zusammenhang zwischen dem Terroranschlag in Kabul und der Abschiebung von afghanischen Flüchtlingen her.

Eine Abschiebung ist ein langwieriges Verfahren und endet dann eben an einem bestimmten Tag. Ob die durchführenden Organe diesen Prozess aufhalten hätten können oder ob sie zu diesem Zeitpunkt schon über den Anschlag informiert waren, interessiert die "Wiener Zeitung" nicht.

Dass ein Terroranschlag nach der Flüchtlingskonvention kein Fluchtgrund ist, sollten die Redakteure eigentlich wissen.

Ferdinand Klementer,

1230 Wien