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Georg Biron, 12. August

Kreuzfahrttourismus differenziert betrachtet

Georg Biron hat einen guten Überblick über die aktuellen Tendenzen und Kritikpunkte des Kreuzfahrtwesens gebracht. Einiges wäre aber noch differenzierter zu betrachten.

1. Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe ist, wie richtig festgestellt, in den letzten Jahren enorm gestiegen, andererseits ist die Zahl der attraktiven Destinationen aus politischen Gründen eher gesunken. Die Folge ist ein massiver Preiswettbewerb.

2. Die landschaftlich schönsten Häfen sind die kleineren - auch dies trägt zur Überbelastung von Städten wie Venedig und Barcelona bei.

3. Kreuzfahrten werden zwar immer preisgünstiger, aber es werden immer wieder dieselben Destinationen angeboten. Hier könnte eine Blase entstehen, deren Platzen höchst unangenehme Folgen haben könnte.

4. Einen problematischen Aspekt der gegenwärtigen Situation stellen auch die oft als überteuert angesehen Ausflüge dar. Verständlicherweise versuchen sich die Kreuzfahrtgesellschaften über die Ausflüge zurückzuholen, was sie im harten Preiswettbewerb aufgeben mussten - aber gerade jüngere und aktivere Kreuzfahrttouristen wollen nicht unbedingt durch die Hauptsehenswürdigkeiten kutschiert werden.

Es ist sicher richtig, dass derzeit tausende Menschen nach Art der Heuschreckenschwärme auf Städte losgelassen werden, die davon wenig haben. Dennoch hat der Kreuzfahrtboom auch positive Seiten. So schien beispielsweise vor etwa 50 Jahren die Personenschifffahrt am Ende zu sein, heute sind Werften wieder ein boomender Wirtschaftszweig. Und umweltpolitisch dürfte die Kreuzfahrerei im Kraftstoffverbrauch je Reisekilometer doch um einiges günstiger liegen als der Individualverkehr, ganz zu schweigen vom Flugverkehr.

Robert Schediwy,

1140 Wien

Wie direkte Demokratie funktionieren kann

Wenn ein Drittel der Nationalratsabgeordneten es verlangt, soll verpflichtend eine Volksabstimmung durchgeführt werden müssen, und deren Entscheidung soll dann verbindlich sein. So müsste die Verfassung geändert werden, damit mehr direkte Demokratie in Österreich eingeführt wird.

Und wir verlangen - ich sehe mich da einig mit einer großen Anzahl von Staatsbürgern -, dass die Parteien, die jetzt um Wählerstimmen werben, in ihrer Wahlwerbung sich dazu bereiterklären. Und der Wähler wird berücksichtigen, welche Partei dafür ist und eine Zusage macht und welche Partei nicht.

Peter F. Lang,

per E-Mail