Zum Interview von Alexander
Mathé, 20. Jänner

Lokalpolitische Aspekte beim Welterbe nicht im Vordergrund

Beklagt wird, dass keine "Vorab-Abstimmung" mit Icomos Österreich über einzelne geplanten Bauprojekte in Wien erfolge, sondern vielmehr "geheime Kommandoaktionen" der Stadt Wien stattfinden würden.

Hier möchte ich Herrn Prof. Wilfried Posch daran erinnern, dass die Verwaltung entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu agieren hat. Die Bestimmungen definieren eindeutig, wann welche Akteure in einem behördlichen Verfahren zu informieren beziehungsweise zu konsultieren sind. In den von der Unesco formulierten Durchführungsbestimmungen im Umgang mit dem Welterbe ist festgelegt, dass Icomos International mit Sitz in Paris direkt und nicht deren nationale Außenstelle zu konsultieren ist. Damit wird der Anspruch, lokalpolitische Aspekte in der Welterbediskussion nicht in den Vordergrund treten zu lassen, unterstützt.

Abschließend versichere ich, dass der Stadt das Welterbe sehr am Herzen liegt. Bewahren und Entwickeln per se müssen dabei nicht immer im Widerspruch zueinander stehen. Und bekanntlich sagte schon Karl Kraus: "Ich muss den Ästheten eine niederschmetternde Mitteilung machen: Alt-Wien war einmal neu."

SR Ing. Mag. Rudolf Zunke,

Magistratsdirektion der Stadt Wien - Stadtbaudirektion

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 20. Jänner

Werte auf der Basis dualistischen Denkens

Dualismus, wie ich ihn empfinde, kann meiner Einschätzung nach keinen Beitrag zum Fortbestand unseres Freiheitsmodells mehr leisten. Die Ausbeutung der Menschen und unseres Planeten ist schon zu fortgeschritten. Eine Gerechtigkeit, wie sie jetzt erforderlich wäre, um da noch regulierend einzugreifen, übersteigt wohl die Tugendhaftigkeit der Menschen. Und hier meine ich jene Tugend, von der Aristoteles gesagt haben soll, sie sei so wunderschön, dass "nicht der Abendstern und nicht der Morgenstern gleich ihr erglänzt".

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail